164 an jedem schönen Gegenstande das, was ihn schön macht, Erhaben- heit ist, indess nach Ru ge die Erhabenheit in dem Siege des einen Momentes der Schönheit über das andere, d. i. des Ewigen über das Endliche, besteht. Nach Burke beruht der Eindruck der Erhabenheit gegen- über dem der Schönheit darauf, dass durch jene mittelst Schrecken, Schmerz oder Gefahr der Grundtrieh der Selbsterhaltung, durch diese in anderem Wege der der Geselligkeit wach gerufen wird. Nach Thiersch darauf, ndass das Erhabene durch seine Stärke und Grösse das Gemüth des Wahrnehmenden erhebt und nöthigt, zu seiner Aufnahme und Bewältigung sich gleichsam auszudehnen und zu GPWCÜGPILK Nach Kirchmann darauf, dass das Erha- bene (Erhaben-Sehöne) die idealen Gefühle der Achtung, indess das Schöne (Einfach-Schöne) die der Lust erregt. Nach Kant, Hegel, Vischer darauf, dass der Geist, die Vernunft sich der für die endliche Erscheinung bestehenden Unmöglichkeit bewusst wird, das Unendliche vollkommen auszudrücken, der Idee voll- kommen gerecht zu werden, und hiemit der Macht des eigenen un- endlichen Vermögens (Kant), oder der Macht der Idee (HegehVischer) bewusst wird. Nach Solger darauf, dass das Unendliche ins Endliche absteigt, sich im Endlichen setzt; indess das ins Unend- liche aufsteigende Endliche das Schöne giebt. Nach Zeising um- gekehrt darauf, dass im Erhabcnen ndas Endliche sich über seine Endlichkeit in die Unendlichkeit erhebt, sich gleichsam in dieser höheren Sphäre einbürgert und durch seine Grösse die Idee der absoluten Vollkommenheit erweckm Nach Zimm e r m a n n darauf, ndElSS wir das Unendliche zugleich vorstellen und nicht vorstellen, zu fassen und nicht zu fassen vermögen, um des letzteren willen uns klein und unbedeutend, um des erstern willen dagegen selbst gross und unendlich erscheinenmi Nach Burke erweckt das Erhabene ein, von eigentlicher Lust nach ihm noch zu unterscheidendes Wohlgefallen oder ange- nehmes Gefühl durch Erregung der Nerven mittelst eines mässigen (irades von Schmerz oder Schrecken, der unsern Selbslerhaltungs- trieb aufruft. Nach Kant, Schiller, Lemcke ist der Eindruck der Erhabenheit aus Lust und Unlust gemischt, Welche Mischung nach Ersterem aus einem complicirten Verhältnisse zwischen un- serer Einbildungskraft und tmserer Vernunft erwächst. Nach Ki rchm ann hat das Gefühl der Achtung, auf dem der Eindruck