456 Worte aus einer Beurtheilung seiner Werke anzuführenf), die Kunst, besonders wo es sich um Darstellung moderner Expeditio- nen und Kriegsereignisse handelte, zugleich als Geschichte. Fern den abstracten Idealisten, welche dergleichen Facta zu Gebilden ihrer Phantasie machen, hielt er vor Allem auf Wahrheit und Reali- tät. S0 hat er die Schlachten bei Jena, Friedland, Wagram (in Algerien) u. s. w. für die Weltgeschichte beschrieben; wären uns von den Schlachten des Alterthums solche Bilder aufbewahrt, wir wüssten besser, wie es in ihnen hergegangen. Es giebt nur ein Mittel, das Feldleben besser kennen zu lernen, als aus Vernets Bildern; man müsste es selbst Initmachenß Während nun so viele Schlachtenbilder im hergebrachten grossen historischen Stil mit Gestalten und Stellungen, die man schon wie oft gesehen zu haben meint, wozu ich Rahls eigene Schlachtenbilder rechne, die kalte Bewunderung idealistischer Kenner erwecken, welche sie ganz im Sinne ihrer Theorie finden, vermögen die Vernetschen, jedes neu und frisch aus dem Borne des Lebens gegriffen, vielmehr auf dem Schlachtfeld, als an der Staffelei componirt, die lehhafteste Theilnahme des Publicums zu erwecken, und nöthigen selbst die idealistischsten Kenner, ihnen Alles zuzugestehen, ausser was sie für das Tüpflein über dem i halten, und was man in so vielen unter dem Einllusse ihrer Ansicht entstandenen Bildern fast ohne den Grundstrich findet. nAls der Constantinesaal geöffnet wurde, sagt eine Schilderung von Vernets Darstellungen aus dem Algierischen Feldleben i") -setzte er die Leute in Erstaunen und mit Recht; noch drängt sich täglich in diesen Räumen das Publicum heran: die Väter wollen ihre Söhne in den rothen Hosen und blauen Böcken sehen, wie sie Constantine belagern, beschiessen und erstürmen. Auf dem ersten Gemälde n der Belagerungu wird der Feind , am 40. October 4837, vor den Höhen von Condiat Ati zurückgeworfen; die Franzosen schbessen noch meist hinter den Steinwällen hervor, während ihr königlicher Prinz sich schon hinüberschwingt, der Feldherr aber steht ruhig mit untergeschlagenen Armen , fest auf den Erfolg hinschauend, da; ihn umgeben mehrere Stabs- ofüciere; ein anderer wird, verwundet, von einem Mohren und einem Be- duinen in einem weissen Laken davongetragen; unter diesem Gewichte stür- zen alte Gräber ein, die auf dem Hügel gegraben waren; Gerippe starren hervor-der alte Tod, der den jungen bewillkommnet. Am 43. October 4837 setzen sich die Kolonnen in Bewegung; die Hauptmasse hält zwar noch hinter Förster und Kugler Kunstbl. 4843. Kunstbl. 4845. N0. 68. S. 282.