430 Porträtstatne blos eine Büste zu geben, und diese mit reliefartigem, an die Architektur sich anschliessenden Schmuck zu umgeben. Vielleicht aber wäre es besser, bei so starken Conflicten von einer Porträtstatue überhaupt abzu- sehen, und dem Andenken des Mannes lieber eine Stiftung mit dem Namen und im Sinne desselben zu widmen. XXVIH. Symbolisiren. Der allgenieinste Begriff des Symbolisireris liegt darin, dass für eine Sache ein Zeichen derselben dargeboten wird, was die Vorstellung derselben zu erwecken im Stande ist und dadurch dieselbe zu vertreten vermag. In sehr weiter Fassung des Symbols nun kann-alles Körper- liche als Symbol von etwas Geistigem dahinter angesehen werden, der Leib als Symbol der Seele, das Lachen als Symbol der Fröh- lichkeit, das Weinen als Symbol der Trauer, die ganze sichtbare Welt als Symbol eines nicht erscheinenden, doch mit ihrer Er- scheinung in Beziehung stehenden, Geistes. Auch kommt eine so weite Fassung des Symbols in allgemeinen Betrachtungen wohl vor, wonach die ganze sichtbare Natur wie die ganze Kunst einen symbolischen Charakter annähme. Aber in der Regel und namentlich auch in der Kunstbetrachtung fasst man den Be- griff des Symbolisirens doch enger, indem man unter übriger Festhaltung desselben die Zeichen, welche ohne unser Zuthun dtlrch natürliche" oder göttliche Vermittelung an das Geistige geknüpft sind, vom Begrilfe des Symbols ausschliesst, und vielmehr als directen oder natürlichen statt als symbolischen Ausdruck des Geistigen betrachtet, so, wenn die Gemüthsbe- wegungen eines Menschen durch die von Natur daran geknüpften Mienen und Geberden ausgedrückt werden, oder das Walten der göttlichen Gerechtigkeit im Gange einer wirklichen Begebenheit sich ausspricht. Hiegegen gilt es als Symbol, wenn Gott durch die Gestalt eines würdigen Alten dargestellt wird, seine Erhebung über der Welt durch die Erhebung dieser Gestalt über den Wolken,