221 XVII. Von sinnreichen und witzigen Vergleichen, Vllcrtspielen n. a. Fällen, welche den Charakter der Ergötzlichkeit, Lnstigkeit, Lächerlichkeit tragen. Meines Erachtens spielt in dem Felde, was wir hier vor Augen haben, das Princip der einheitlichen Verknüpfung des Mannich- faltigen die Hauptrolle, bedarf aber noch unterstützender Neben- bedingungen, um das Vergnügen, was die hieher gehörigen Fälle gewähren können, mit seinem eigenthümlichen Charakter über die Schwelle zu treiben. Wohl die augenfälligste Erläuterung hiezu gewähren sinn- reiche und witzige Vergleiche und Wortspiele. Bei erstern beruht das Vergnügen darauf, dass wir mit einem kurzen Blicke auf ein- mal einen einheitlichen begrifflichen Gesichtspunct zwischen übrigens sehr Verschiedenem entdecken, indess bei den zweiten der einheitliche Gesichtspunct durch die gleiche oder ähnliche Wortbezeichnung vermittelt wird; und zwar erwecken uns Ver- gleiche wie Wortspiele um so grösseres Gefallen, und finden wir sie um so leichter lustig und selbst lächerlich, je treffender, leich- ter fasslich die einheitliche Verknüpfung einerseits, je grösser die Verschiedenheit oder der anscheinende Widerspruch, der da- durch vermittelt wird, anderseits, je ungeläufiger, unerwarteter, überraschender, fernerliegend die Weise der Verknüpfung drittens ist, indess die ästhetische Wirkung geläufiger oder nahe liegender Verknüpfungsweisen überhaupt unter die Schwelle fällt. ln der That kommt bei der ästhetischen Wirkung dieser Spiele das Princip der Schwelle und das derAbstunipfung gegen gewohnte Reize wesentlich in Mitrücksicht. Nur sind diese Principe eben blos mitbestimmend, indess so zu sagen der Kern der Wirkung im obigen Principe liegt, Abgesehen von diesen Mitbestimmungen aber kann die Wir- kung des Princips noch von sachlicher Seite durch die, mehr nach der Lust- oder Unlustseite neigende, Beschaffenheit des In- haltes, der in den Vergleich oder das Wortspiel eingeht, Hülfe oder Gegenwirkung erfahren. Am reinsten jedenfalls tritt die an sich rein formale Wirkung des Principes am gleichgültigsten Inhalt auf. Unzählige Aehnlichkeiten begegnen uns täglich, berühren uns aber wegen ihrer Geläuiigkeit nicht, fesseln unsre Aufmerksam-