einzeln nicht mehr erinnern können sich beim Anblick eines uns neuen Menschen in einem associativen Resultate geltend machen, was uns mehr oder weniger entschieden zu Gunsten oder Ungunsten der betreffenden Persönlichkeiten stimmen kann, je nachdem es mit einer mehr oder weniger entschiedenen Richtung unsrer Neigung oder Abneigung znsammentritlt. Man hat mir hiegegen eingewandt, dass gerade kleine Kinder, die doch noch wenig Erfahrungen an Menschen haben machen können, die bcstitnmteste Neigung oder Abneigung gegen Personen zu erkennen geben, die ihnen das erstcmal nahen. Aber dieselbe Person, vor der sich ein Kind anfangs in den Schooss der Mutter verkrocli, wird ihm oft nach wenig Stunden, fängüs die Person nur recht an, die liebste. Ein paar Zwiebacke können viel thun, die angeborttne Antipathie, was man dafür halten möchte, zu ent- wnrzeln. Kleine Kinder folgen überhaupt wie ein beweglichen- Wagebalken leicht dem kleinsten "Eindrucke nach einer wie der andern Richtung. Und dann so wenig Erfahrungen an Menschen auch das Kind hat machen können, so bilden die, die es hat machen können, doch schon eine Grundlage für Associationcn, die bei der Frische seines Geistes sich lebhaft einprägen und ihren Erfolg so lange geltend machen, bis derselbe durch entgegenge- setzte Erfahrungen aufgehoben wird. Wer aber hat je ein Kind so genau beobachtet, dass er sagen könnte, Welche Associationen zu Gunsten oder Ungunsten einer ihm neu entgegentretenden Per- son sich schon bei ihm_ geknüpft haben, welche noch bestehen und WOlChG wieder zerfallen sind; Oft auch mag dem Kinde statt der Person nur das Kleid missfallcn. Auf kindische Sympathiecn und Antipathieen ist also bei der Frage nichts zu gehen. Dass man sich der associativen Vermittelung der physiogno- mischen Eindrücke nicht leicht bewusst wird, ist freilich Schuld, dass man gern einen m ys tischen Grund dafür sucht. Es können, so meint man wohl, zwei Menschen wie zwei Saiten ihrer Grund- cinrichtung nach harmonisch oder disharmonisch zu einander ge- stimmt sein, und schon im Eindrucke der Erscheinung etwas von dieser Harmonie oder Disharmonie empfinden, ohne dass es irgend- wie früherer Erfahrungen zur Vermiltelnng davon bedarf. Ich will nicht sagen, dass das schlechthin unmöglich sei, wohl aber, dass es dem klaren Grunde gegenüber, der sich mit Vorigem angehen liess, sehr zweifelhaft ist; und sollte etwas der Art statt finden,