436 Menschen, seiner Werke, seiner Spuren ist jedenfalls das aus- giebigste und wirksamste Mitte], im Gebiete der Sichtbarkeit ästhe- tisch bedeutsame Gefühle zu wecken, und der Landschaftsmaler wird selten ganz ohne Zuziehung desselben auszukommen wissen; wo es aber der Fall ist, fast immer ein Surrogat des Menschlichen im Thierleben , was die nächste Associationshrücke dazu schlägt, suchen. So fehlt der einsamen Walddurchsicht doch nicht leicht das Wild, der Klippe mit der Brandung nicht leicht die flatternde Möve, oder der daran ruhende Seehund. Man nehme aus einer der schönsten Landschaften von Lessing, einem See an einer Felsen- wand, die Kraniche oder Beiher, die daran stehen", und hat ein Hauptmoment derselben gestrichen. Hiebei mag eines, wenn ich mich recht erinnere, von A. v. Humboldt gethanen Ausspruches gedacht werden: dass sich für den Landschaftsmaler brauchbare Motive eigentlich nur in culti- virten Ländern finden; was autfallen kann, wenn man an die Ueppigkeit der Natur in so vielen Gegenden denkt, wo der Fuss des Menschen noch keine Stätte gefunden, die Cultur des Bodens noch nicht Platz gegriffen hat. In der That aber ordnen sich unter dem Cultureinflusse des Menschen die Elemente der Natur in einer neuen Weise; und wo nichts an diesen ordnende-n Einfluss er- innert, bleibt der Eindruck der Landschaft leicht ein roher, künst- lerisch nicht verwerthbarer. ' dem Verhältniss zwischen Poesie und Malerei aus Gesichtspunct des Assoeiationsprincipes. Es ist eine vielbesprochene Frage 35-5: die Gränzen zwi- schen Poesie und Malerei sind, unnntlich bezieht sich Lessings Laocoon hauptsächlich hierauf. eine Darstellung ist wie Alles von Lessing sehr anziehend und geistreich; doch glaube ich, dass sie durch Zuziehung von Betrachtungen, zu denen das Asso- ciationsprincip Anlass giebt, in mancher Beziehung theils noch ergänzt, theils etwas mehr vertieft werden, das Princip selbst aber hiemit eine weitere Erläuterung seiner Anwendbarkeit finden kann.