123 beilegen, darin liegtrdass der Werth einer uns zusagenden Bedeu- tung, eines uns gefallenden Zweckes, der Erfüllung einer begriff- lichen oder ideellen Federung, die wir an die Gegenstände stellen, sich auf die äusserlichen Formen und Verhältnisse derselben im Anschauen derselben associationsweise überträgt, und sie biemiL als Ausdruck dieser Bedeutung, als Zeichen dieser Erfüllung schön erscheinen lässt. Von beiden Ansichten macht sich in der That. in ästhetischen und Kunst-Betrachtungen bald die eine bald die andre mit relati- vem Uebergewichte geltend, obwohl sie nicht leicht mit voller Consequenz einander gegenübertreten, da keine der andern gegen- über eine reine Durchführung gestattet. Daher schwankt man meist vielmehr unsicher zwischen beiden oder verwirrt sich zwi- schen beiden, ohne es zu einer Klarheit über ihr Verhältniss zu bringen. Nachdem wir nun im Bisherigen versucht haben, dem asso- ciativen Factor sein Recht zu geben , wollen wir in einem spätem Abschnitte (Xlll) auch dem directen gerecht zu werden suchen, zuvor aber einige Themas, welche mit dem associativen Factor in näherer Beziehung stehen, behandeln. Erläuterung (les laudsehaftlicheu Eiudruckes durch das Associationspriueip. Versuchen wir u Rechenschaft von dem Eindrucke zu geben, den der Blick in ein aft auf uns macht! Es ist etwas Uusag- bares darin, etwa durch keine Beschreibung erschöpfen lässt. Wie wird die Natur und die Gründe des Ein- clruckes erklären kö i? Um hiebei ein Beispiel der verschiede- nen Weise? zu geben, wie die Aesthetik von Oben und die Aesthe- tik von Unten überhaupt in ihren Erklärungen vorgehen, stelle ich eine Erklärung davon nach beiden einander gegenüber, die eine, im ersten Wege, geschöpft aus einem der geschätztesten neueren Lehrbücher der Aesthetik, dem von Garriere, die andere