80 zwischen Versehiedenem aufzusuchen, aus Einzelnem allgemeine Gesichtspunete, Gesetze zu abstrahiren, von besondern Gesichts- puncten, Gesetzen, Principen zu immer allgemeinem aufzusteigen, umgekehrt aber auch allgemeine Gesichtspuncte, Gesetze, Principe durch das Einzelne durchzuführen, in den Anwendungen zu ver- folgen, das Einzelne selbst aus Allgemeinerem abzuleiten. Es ge- nügt uns eben weder die blosse Einheit, noch die zersplitterte Mannichfaltigkeit, sondern nur eine Durchbildung der einen durch die andre. VII. Princip der Widerspruchslosigkeit, keit oder Wahrheit. Einstimmig- Allgemeingesprochen ist es im Sinne der Lust, sich der Ein- stimmigkeit oder Widerspruchslosigkeit von Vorstellungen oder Gedanken, die sich von verschiedenen Seiten her bezüglich eines und desselben Gegenstandes darbieten, bewusst zu werden, im Sinne der Unlust, einen Widerspruch dazwischen wahrzunehmen. Es gilt aber, den Ausdruck Widerspruch und sein Gegentheil Ein- stimmigkeit als Abwesenheit des Widerspruches richtig zu ver- stehen. Es liegt kein Widerspruch darin, sich eine Sache zugleich als schwarz und als weiss vorzustellen, wenn sich die Vorstellung des Schwarz und Weiss auf verschiedene Seiten oder Stellen der- selben bezieht, die im Grunde nicht dieselbe Sache sind, ebenso- wenig, eine bestimmte Stelle der Sache nach einander als schwarz und weiss vorzustellen, was im Grunde nicht mehr die- selbe Sache ist, der Begriff solcher Aenderungen ist uns vielmehr ganz geläufig; wohl aber, dieselbe Stelle zugleich als schwarz und als weiss vorzustellen; und, obwohl ein solcher Widerspruch nicht aus directer Anschauung der Wirklichkeit in uns kommen kann, so kann doch, wo solche nicht oder nicht vollständig unsrer Erfahrung unterliegt, von gewisser Seite ein Anlass sein, eine Federung bestehen, die eine, von andrer, die widersprechende Vorstellung zu hegen, oder es kann auch auf gewissen Anlass eine