und wodurch sie einen Charakter empfangen. Je nach Ar! ihrer Mitbestimmungen oder ursächlichen Momente unterscheidet man dann verschiedene Arten der Lust und Unlust. Die Lust am Wohlgeschmack einer Speise ist insofern eine andre, als an einem angenehmen Geruch, die Lust bei Betrachtung eines schönen Ge- mäldes eine andre, als bei Anhören einer schönen Musik, die Lust des Gefühles sich geliebt zu wissen, eine andre, als sich geehrt zu wissen, die Lust an irgend einer activen Beschäftigung eine andre" als an irgend einem receptiven Eindrücke. An sich bleibt Lust Lust, wie Gold Gold bleibt; sie kann aber wie das Gold in ver- schiedenste Verbindungen eingehen und aus verschiedensten Ver- bindungen begrifflich ausgeschieden werden. ln der That, wäre es nicht so hier und da aber hat man bestritten, dass es ein überall mit sich identisches Wesen der Lust gebe, woher das Bedürfniss einer gemeinsamen Bezeichnung dafür in allen jenen Fällen , wenn nichts identisches dabei zu be- zeichnen wäre. Ja halte man nur die vorigen und beliebige andre Fälle des Vorkommens der Lust den eben so oft vorkommenden Fällen der Unlust gegenüber, so wird man bei allen Unterschieden, die auf jeder Seite für sich bestehen, doch empfinden, dass jede Seite der andern gegenüber etwas Gemeinsames behält, was wir nun eben als Lust und Unlust daraus abstrahiren und einander gegenüberstellen können. Mit der Einfachheit und Reinheit, in welcher man den Lust- begritf fasst, hängt die Weite seiner Verwendbarkeit zusammen. Es ist mit ihm in dieser Hinsicht wie mit einem reinen Destillate. Alles, was das Destillat von vorn herein mitnimmt, beschränkt seine Verwendbarkeit, obschon es nur in seinen Verwendungen geniesslaar und brauchbar wird. Also destillire man auch so zu sagen den Lustbegriff zum Behufe seiner allgemeinsten Verwend- barkeit von vorn herein rein ab aus Allem, worein er eingeht, fasse ihn allgemein und rein, los von jeder specialen, jeder Neben- beziehung nach Ursache, Folgen, Art, Höhe, Stärke, Güte. Unter- scheidungen, Besonderungen desselben werden sich von selbst finden nach Massgabe, als auf seine Mitbestimmungen und Be- ziehungen eingegangen wird, hiemit auf concrete Arten oder Fälle der Lust oder Unlust die Rede kommt. Was Lust und Unlust in reiner Fassung an sich selbst sind. Iiisst sich überhaupt durch keine Beschreibung, sondern nur (lurch