70 Doch gibt es auch manche Farben und diese bilden vielleicht die Mehrzahl auf unserer Palette die nur geringe und erträgliche Veränderungen während des Austrocknens er- leiden und übrigens nicht wohl entbehrlich sind. Bei diesen Wird man also die schädlichen NVirkungen der Oelzersetzung auf das möglichst geringe Maas zu reduciren suchen, indem man auf die in Capitel I, S II unter b I und 2, sowie d, an- gegebenen Weisen den Oelgehalt möglichst vermindert und den Austrocknungsprocess beschleunigt. Unter den Malölen ist das Leinöl das wenigst fette und trocknet am schnellsten zu vollkommener Härte aus. Es wird also weniger, als die übrigen Malöle, zu den hier in Rede stehen- den Veränderungen beitragen, während es andrerseits bei Licht- entziehung stärker nachgelbt, als jene. In den Täufer: und ranzzg gewordene Oelfarbezz. Altgs ranziges Oel wird natürlich die allerschlimmsten der obigen bösen Folgen mit sich führen. Man lasse daher die Farben in den Tuben nicht allzu alt werden und hüte sich davor, solchen Fabrikanten ihre 'vVaare abzunehmen, von denen man WCISS, dass sie sich der Gerinnselzusätze bedienen, um die Waare Jahre lang auf Lager verkäuflich halten zu können. Selbstverständlich gehen auch die hier in Rede stehenden Veränderungen ebensowohl in der Tiefe, wie auf der Oberfläche der Farbenschichten vor sich. Daher gilt auch hier die War- nung, man solle Farben, die sich unter diesen Einflüssen auf- fällig verändern, nicht in Unterrnalungen und Unterlagen ver- wenden. Auch wenn die Veränderung bloss in sehr "merkbarer Nachdunkelung des Tones, ohne eigentliche Schädigung der Farbenart besteht (wie Z. B. bei ungebrannter Umbra, Ocre de rue, bei ungebranntem grünlichem italienischem Dunkelocker, ungebrannter Terra di Siena und andren der Fall, die man desshalb noch nicht gänzlich von der Palette verbannt), so müssen doch solche Pigmente, als Unterlagen, durch ihre Ver- änderung nicht nur die darüber gemalten halbdeckfarbigen Schichten, sondern noch weit mehr die vollkommen trans-