150 Neunte Lection. Was überhaupt Oel betrifft, so rathe ich, das gewöhnliche Mohnöl in einer gläsernen Flasche aufzubewahren, und sie dem Tageslicht, nicht aber der Sonne auszusetzen; denn das Tages- licht hat die Eigenschaft, die Oele und Firnisse zu bleichen. Wenn man einen beträchtlichen Vorrath von Mohnöl hat und dieses zu dick wird, so muss man neues kaufen und das alte opfern, um es mit Quellwasser vermischt zu schütteln und zuletzt so zu bleichen, wie ich S. 145 gesagt habe. Neunte Lection. Verfahren , das Preussische Braun im Ton zu bereiten. des Asphalt Dieses Braun erhält man blos von dem guten gewöhnlichen Berlinerblau, und niemals ist es mir mit dem gelungen, das in England fabricirt wird. Man bringe einen eisernen Löiiel auf ein lebhaftes Feuer und lasse ihn roth glühen. In diesen werfe man einige Stückchen Berlinerblau, ungefähr in der Stärke einer kleinen Nuss, jedes Stückchen wird von selbst zerplatzen und sich zersplittern, sowie es nach und nach heiss wird und bis es anfangt roth zu werden. Jetzt nimmt man den Löffel vom Feuer und lasst ihn erkalten: denn wenn man ihn länger auf dem Feuer lässt, so wird man die verlangte Färbung nicht erhalten. Wird die Farbe zerbröckelt, so finden sich schwarze und braungelbe Theile darin, und dies ist es, was man haben will. Man reibe das Ganze zusammen, und es ergiebt sich ein sehr transparentes Braun, wie die Farbe des Bister oder Asphalt. Es ist sehr tauglich, um eine Menge Lasuren oder Retouchen zu machen, man braucht es entweder allein oder in Vermischung mit anderen durchsichtigen Farben, um damit den erwünschten Ton zu erhalten.