230 Südliche Niederlande. Bildnis eines jungen Mannes, auf grünem Grunde, vermutlich das Porträt des Philipp von Burgund, halbe Figur unter Lebensgrösse (Nr. 586 A); Neptun und Amphitrite, in einem von toscanischen Säulen getragenen Kuppelbau stehend, und sich umschlungen haltend (Nr. 648); Maria mit dem Kinde, welches sie auf einem Tische vor sich hält, auf dunkelrotem Grunde (Nr. 650); Adam und Eva im Paradiese, in der Ferne der Landschaft die verschie- denen Vorgänge aus der Geschichte des Sündenfalls, ein charakte- ristisches Werk aus der letzten Zeit des Meisters (Nr. 661). Eben- dort, von einem Nachfolger des Mabuse, die Goldwägerin, ein Mädchen in Halbiigur unter Lebensgrösse, neben einem Tische mit dem Abwägen eines Goldstücks beschäftigt (Nr. 656A). In der kaiserlichen Galerie zu Wien befinden sich von Jan Gossaert: Maria mit dem Kinde in einer steinernen Nische sitzend (Nr. 983); der heilige Lukas, in einer reichen Architektur, die heilige Jung- frau mit dem Kinde zeichnend, die ihm von einer Glorie und hVolken umgeben erscheint, sie wird von Engeln getragen und von anderen Engeln gekrönt, dem Lukas führt ein neben ihm stehender Engel die Hand (Nr. 984); und die Beschneidung Christi durch den Hohenpriester, der heilige Joseph, Maria und andere Personen umstehen den Altartisch (Nr. 985). Eine Madonna mit dem Kinde von Gossaert in der Pinakothek zu München (Nr. 155) ist eine Wiederholung des Gemäldes in Wien, Nr. 983, und erscheint entschieden manieriert; das zweite Bild Gossaerts ehendort, die Danae darstellend, wie sie den Goldregen des Zeus empfängt (Nr. 156), zeichnet sich durch die Pracht der architektonischen Umgebung und die sorgfältige Plastik der Modellierung aus, aber die Färbung ist kalt, die geistige Empfindung erkünstelt und öde. Eine Mutter mit ihrem Kinds, Halbfigur auf braunem Grunde, in der Dresdener Galerie (Nr. 805), ist wahrscheinlich eine Kopie nach Gossaert; auch ein Ecce homo ebendort, der Dornengekrönte nackt, ein weisses Tuch auf dem Schosse, unter der Geisselsäule sitzend (Nr. 805 A), ist die Wiederholung eines Motives desselben Meisters. Im Museum zu Schwerin eine der Wiederholungen der Madonna, welche das Kind vor sich auf dem Tisch hält, auf schwarzem Grunde (Nr. 423), wahrscheinlich liegt ein Original des Mabuse zu Grunde; ähnlich ist eine andere WViederholung des- selben Gegenstandes im Museum zu Köln (Nr. 198). Ebendort ein vermutlich aus der Schule des Mabuse stammendes Bild, eine heilige Familie, Maria küsst das auf ihrem Schosse sitzende Kind, zu beiden Seiten schweben zwei musizierende Engel (Nr. 582); dann eine Maria, in ihren Armen das Kind haltend (Nr. 596), der- selben Herkunft. Der Flügelaltar, bekannt als Prager Dombild, jetzt im Rudoliinum zu Prag (Nr. 230-232), rührt von Jan Gossaert