Die ausländischen Malwerke in Deutschland. Es sind eine ausreichende Anzahl Malwerke der fremden Schulen, der italienischen, niederländischen, französischen, spani- schen, zum Teil auch der englischen, in den deutschen Museen, Schlössern und Kirchen vorhanden, um dem Liebhaber wie dem Künstler eine Übersicht über die Leistungen des Auslandes in der Malerei zu gestatten. Allerdings wird der Genuss an diesen Schöpfungen der fremden Meister einigermassen eingeschränkt, da die besten Bilder, die sogenannten Perlen, mit wenigen Ausnahmen bei uns fehlen und an ihrer Stelle, neben einer geringen Anzahl echter und guter Werke, eine Menge Bilder zweifelhafter Herkunft sowie Schulkopien unsere Museen füllen, die in den Heimatsländern der Meister nur geringe oder gar keine Beachtung finden würden, aber bei uns, in Ermangelung des Besseren immerhin für das Studium von Wert sind, weshalb dieselben auch in das nach- stehende Verzeichnis aufgenommen sind. Etwaige zweifelhafte Benennungen der Bilder mussten beibehalten werden, da nicht gleich etwas Besseres an die Stelle derselben gesetzt werden kann. Höchst beachtenswert sind eine Anzahl neuerer Kopien, nament- lich die nach italienischen und spanischen Meistern, in der Schack- schen Galerie in München. Das oben Gesagte bezieht sich aus- schliesslich auf die Werke der älteren Meister, die allein ausreichend bei uns vertreten sind, denn von den neueren fremden Malwerken ist dies etwa nur bei den Franzosen und Belgiern der Fall. Byzantinische Malerei. Die grossartige feierliche Würdg, der grösste Vorzug der byzantinischen Malerei, kommt 3119m in den umfangreichen, oft im kolossalen Massstabe ge- haltenen Mosaikwerken der Kirchen zum vollen Ausdruck, während in den wenigen Tafelbildern desselben Stils, welche sich in den deutschen Galerien finden, nur die Mängel einer greisen- Ehe, Cicerone. IV. 1