286 Buch. Italien. Renaissance in Decoration. Bisweilen bemalte man die Wände mit Scheinteppichen, v3. damaschic, wie in der sixtinischen Capelle und wie Julius II. (Gaye II, p. 488) es anzuordnen drohte, wenn ihm seine Maler in den vaticanischen Sälen nicht Genüge leisten würden. Aber auch in solche Seheinteppiche wurden bisweilen wieder Historien hineingemalt (Lomazzo l. c. p. 317). Sculpirte Friese, wie z. B. der aus Waffen und Trophäen bestehende im Pal. von Urbino (jetzt nicht mehr an Ort und Stelle sondern besonders aufgestellt), blieben natürlich eine seltene Ausnahme (Vasari IV, p. 206 und Nota, v. di Franc. di Giorgio); noch ein Beispiel: im Pal. del Te zu Mantua ein Fries aus Stucco mit römischen Soldatenscenen nach der Trajanssäule, Ar- menini p. 185. Die Malereien über den Kaminen (Q. 146), haben Öfter irgend eine ungezwungene Beziehung auf das Feuer, z. B. die Werkstatt des Vulcan mit Venus (Vasari X, p. 107, v. di Giulio Romano), die Friedensgöttin, Waffen verbrennend, (ibid. p. 146, V. di Perino) vcose igneeß wie Armenini, l. c. p. 201 wünscht. Auch bezuglose Oelgemälde, denen man einen Ehren- platz gönnte, kamen wohl über den Kamin zu stehen. (Vasari XI, p. 229, v. di Garofalo.) Kaminfresken in Frankreich, ibid. XII. -p. 72, v. di Salviati. Neben jenen flüchtig gemalten Scheinarchitekturen, von welchen Lomazzo spricht, gab es doch schon seit Anfang des XVI. Jahrhunderts bessere, von Meistern, welche im Stande waren, eine gewisse Illusio.n in reichen Bauformen hervorzu- bringen. Was von Peruzzi in dieser Weise Gemaltes vorhanden ist, weiss ich nicht anzugeben. Im Speisesaal von Giovio's Villa (Paul Jov. Musei descriptio) war eine Scheinhalle sehr täuschend gemalt. Für die Zeit um die Mitte des XVI. Jahrhunderts Vasari XII, p. 134, v. di Zucchero. Wie schon Bramante sogar eine wirkliche Vertiefung zu Hülfe nahm, um einen Halleneffekt hervorzubringen, s. ä. 83. ä. 170. Decorative Bemalung von Bautheilen. Gemalte Pilaster, Bogenfüllungen und Friese, welche als Einfassungen von Fresken des XV. Jahrhunderts häufig vorkommen, erhalten eine Ausfüllung mit Zierfornlen, welche Wesentlich von der in der Marmordecoration vorkommenden abgeleitet ist. Eine Aufzählung solcher einrahmender Malereien zumal der peruginischen Schule s, Cicerone, S. 277, ft". Von den F10- rentinern soll Andrea di Cosimo und besonders Filippino Lippi das grösste Verdienst dabei gehabt haben (Vasari V, p. 32, v. di Cosimo Rosselli; ibid. p. 242, 250, v. di Filippino Lippi).