II. Zeitr. 423 Vinci stiftet eine Zeichnenschule in Mail. Lomazzo's Gemälde sind nicht zu bezweifeln, da er sie und sein Leben in treuherzigen Versen, die er Grotteschi nannte und vermuthlich zum Trost in seiner Blindheit schrieb, besungen hat"). Seine ersten Arbeiten sind, wie dies jedem begegnet, schwach, und dahin gehört die Copie des Leonardoß scheu Abendmahls in der Kirche alla Pace. In den übrigen erkennt man den Meister, der seine Grundsätze in Ausübung bringen will, bald mehr, bald weniger glücklich. Einer seiner Hauptgrundsiitze war, die Nachahmung des Fremden, sei es nach Gemälden, oder nach Kupferstichen, als gefährlich zu achten. Er will also, der Maler soll ureigenthümlich zu seyn streben, in seinem Geiste das Ganze vorgebildet anschauen, und das Einzelne der Natur und WVahrheit nachbilden. Dieser von Gaudenzio abgeleitete Grundsatz herrscht auch in An- dern jener Zeit, besonders aber in Lomazzo vor. In seinen Bildern ist immer irgend ein ureigener Zug, wie in dem zu S. Marcus, wo er, statt gewöhnlichermassen dem Petrus die Schlüssel in die Hand zu geben, sie ihm durch das Jesuskind mit kindlicher Lieblichkeit überreichen lässt. Noch mehr aber tritt seine Neuheit in grossen Geschichtbildern hervor, wie dem Opfer Melchisedelö in der Bibliothek della Passione, welches sehr iigurenreich ist, wo das Verständnis des Nackten mit der launenhaftesten Bekleidung und die Lebhaftigkeit der Farben" mit der der Gebärden wetteifert. In der Ferne bat er noch ein gut gedaehtcs und abgestuftes Gefecht angebracht. Ich habe kein so wohl verstandenes Bild von ihm gesehen. In au- dern füllt er in das Verworrene und Ueberdrängte, zuweilen auch in das Seltsame, wie in dem grossen Wandbilde in Pia- cenza im Speisesaal des Angustiner - oder Rocchettinerklosters, wo der Gegenstand das Fastenleben ist, nämlich ein ausgesen- Denken. Der rechte Einigungspunct ist der, wenn die Kunst zur werktbätigen Wüssenschaft wird, wie sie S c helligng in seiner Rede nennt. Q. 30) Man lese nur und urtheile nach folgender Probe: Quindi andai a Piacenzu, et ivi fai Nel refetorio di Saut" Agnslino La facciata am tal historia pinta. Da (antun evvi Pier in oratione, Che vade giü dal viel am grau lenzuolo Scender pien düznimai piccoli e grandi, Olade la Qumlrngeslna jü introdolta ecc.