Erster Zeitraum. Die Alten bis auf Vinci. 395 aus S. Bernardinäs Leben malte. Er ist mannichfaltig, aus- drucksvoll, überlegsam in der Composition, einer der besten dasigen Maler des fünfzehnten Jahrh., vielleicht in einer an- dern Schule gebildet, da seine Zeichnung artiger und seine Färbung schlichter als die mailändische ist. Dies Verzeichnis kann mit andern Namen aus Morigiws Naäillü milanese vermehrt werden, wo Nicolao Piccinino, Girolamo Chiocca, Carlo Valli oder di Valle, Gio- vanni's Bruder, siimmtlich Mailänder, genannt sind; ferner Mojetta aus Caravaggio gebürtig, der um 1500 und noch etwas früher in Mailand blühte, wie die andern mit ihm Ge- nannten. Zu derselben Zeit wurde das Studium der Miniatur- malerei ganz besonders von den zwei Ferranti gefördert, Agosto, dem Sohne, und Decio, dem Vater, von welchen im Dom zu Vigevano drei Werke aufbewahrt werden, ein Mess- buch, ein Evangelien- und ein Epistelbuch, die mit nnsneh- mend fleissigen Miniaturen verziert sind. Damals hatte das mailändische Gebiet andere Künstler, deren Andenken in Büchern, oder manchem unterzeichneten Werke fortlebt. Das Mailündische war damals ausgedehnter als jetzt, nachdem ein grosser Theil an das Haus Savojen ab- getreten worden ist. Ich werde die Künstler dieses Theils in dieser Schule betrachten, zu welcher sie gehören, theils weil sie darin gebildet wurden, theils ihr neue Künstler zubildeten. Daher werden hier ausser den Pavesen, Comasken und den übrigen des heutigen Gebiets auch die Novarer, Verceller von welchen ich Kunde aus den Vorreden zum 10. und ll. Bande des von P. della Valle zu Siena herausgegebenen Va- sari entlehnen werde und andere des alten Bereichs Platz finden. Pavia hatte einen Bartolommeo Bononi und von ihm ein Altarbild in S. Francesco mit der Jahrangabe 1507; einen Bernardin Colombano, der ein anderes 1515 für die Karmeliterkirche malte. Einen Unbekannten, der viebv0n dem bologner Style jener Zeit hat, habe ich in andern Kirchen bemerkt; es könnte wol der Gio. di Pavia seyn, den Mal- vasia in seinem Verzeichnis der Schüler Lorenzo C0stn,'g nennt. In denselben Jahren lebte ein Andrea Passeri von Como, wo er in der Hauptkirche eine Madonna unter mehrern Aposteln malte, deren Köpfe und ganze Behandlung sich zur