384 Oberitalien. Mailändische Schule. lippo Bevilacqui, und Carlo, sämmtlich Mailänder, Fa- zio Bembo da Valdarno und Cristoforo Moretto, Cremcner, Pietro Francesco aus Pavia, Albertino aus Lodi m), welche ausser andern Werken auch im grössern Hofe zu Mailand jene bewehrten Barone zu Zeiten Franz Sfor- zaßs, des ersten Herzogs der Stadt, malten," also von 1447 bis 1466. Was nun diese Künstler anlangt, so will ich von den vier letztern nichts weiter sagen, da ich von den beiden "Cremonern ihres Orts gesprochen habe, und von den zwei andern, soviel mir bekannt, in Mailand nichts als der; leidige Name übrig ist; ich sage, in Mailand, denn von dem Pier Francesco aus Pavia, mit Zunamen Sacchi, werden wir in Genua, wo er sich lange aufhielt, sehr schöne Denkmale finden. Man hat vermuthet, von Ersterm (Gio. della Valle) sei noch ein Bild vorhanden; dies ist aber sehr ziveifelhaft. Auch von Costantino Vaprio habe ich kein ausgemachtcs Werk auf- finden können; von einem andern Vaprio ist eine Madonna unter mehrern Heiligen in mehrern Abtheilungen oder Feldern bei den Serviten in Pavia, mit der Aufschrift: Auguslinus de Vaprio pinxit 1498; eine nicht verdienstlose Arbeit. Vincenzio Foppa, welcher nach Ridolfi um 1407 blühte, wird gleichsam für den Stifter der mailändischen Schule Ägehalten, in welcher er unter Filippo Viseonti und Fran- cesco Sforza eine Rolle spielte. Ich habe diesen Namen in der" venediger Schule angedeutet, welcher man ihn als Bresciauer beizählt, was auch Lomazzo dagegen sage. Ich vermeide gern Streit über Landsgenossenschaft und der über- sichtliche Vortrag überhebt mich dessen, wenigstens wo es min- der berühmte Maler betriiit. Aber bei einem Schulenhäuptling, wie diesem, will ich mich doch nicht entbrechen, seinen Ge- burtsort festzustellen, indem hievon die Aufklärung einiger ir- rigen Puncte der Geschichte der Malerei abhangt. Man wgigg aus Vasari, dass um die Mitte des Jahrh. in Venedig ein brescianerMaler in Achtung stand, wie Filarete erzählt! 10) Man bemerke, Lomazzo hätte hier Agostino di Bra- mantino nicht unerwähnt gelassen, wenn er wirklich 1420 geblüht und in Rom gemalt hätte, welche Ehre den übrigen ßlailändern nicht widerfubr. L,