Erster Zeitraum. bis auf Vinci. Die Alten 381 trifft er die Florenzer jener Zeit. Einen Mailänder Miehel de Roneho hat uns Graf Tassi entdeckt, indem er von den beiden Nova, Malern zu Bergamo, schrieb. Er sagt, zugleich mit ihnen habe Michcle im dortigen Dom von 1375 bis 1377 gearbeitet; und von diesen Pinseln sind noch Sachen Vorhayp. den, welche von Giotttvs Behandlungsart nicht so fern sind, als die Paveser. Einen lobenswerthen Novareser lernen wir aus einigen Gemälden in Domodossola im Schloss Sylva und anderwürts kennen, mit der Kunde: Ego Petrus ßlius Petri pictoris de Novaria hoc opus pinxi 1370. Aber schon ohne Mailand zu verlassen, sieht man dort in der Sacristci der Con- ventualen und mehrern Klöstern Gemälde aus dem 1419" Jahrh., ohne bestimmte Angabe des Meisters, die mehrentheils in flo- renzer NVeise gemalt sind, zuweilen auch in einem neuen, ureigenen, keiner andern italienischen Schule gemeinen Style. Vor allen ist unter den namenlosen Werken alten Styls das, was in der Sacristei delle Grazie übrig ist, zu bemerken, wo jedes Thürfeldehen einen Vorfall aus dem alten oder neuen Testamente darstellt. Der Verfertiger scheint im Ucbergange des vierzehnten zum funfzehnten Jahrh. gelebt zu haben, und aus dieser Zeit wird man nicht leicht ein so iigurenreiches Werk von Einem Künstler gefertigt finden. Der Styl ist trocken, aber, wo die Sonne nicht hingetroHen, ist die Farbe so lebhaft, so gut aufgetragen und tritt so aus dem Grunde hervor, dass 'sie den besten Venedigern dieser Zeit und den besten Florenzern nichts nachgiebt, und wer auch immer der Meister sei, er ist ureigen und gleicht nur sich selbst. Nicht ungenannt, sondern nur von Vasari im Leben CarpacciNs und Gian Beilinißs, von Orlandi und Guarienti in drei Artikeln des Abäecedario falsch genannt, ist ein anderer, ehemals auch noch für einen Venediger gehaltener Lombarde. ln einem Artikel nach Vasari nennt Orlandi ihn Giro- lamo Mazzoni oder Morzoni; in zwei andern heisst er dem Guarienti, der überhaupt glücklicher die Vorurtheile hinsichtlich alter Maler mehrt als verbessert, G iacomo M ar- zone und Girolarno Morzone. Sein wahrer Name finde: sich auf einem noch jetzt in Venedig, oder- auf der Insel S- Elena vorhandenen Bilde, wo er mit der himmelan fahren- den Jungfrau die Schutzheilige, Johannes den Täufer, den