326 Ob eritalien. Schule Die zu Parma. läuligere Arbeit ist an dein Kirchgatter (steccrzfa), wo er, nach Vasari, Giulio Romanoßs Cartous ausführte. Dem aber widerspricht der Vertrag, welcher dem Anselmi ein Zimmer zu Fertigung der Cartons anweiset; auch sendete Giulio nur den Entwurf dieser Arbeit nach Parma. In Gallerien ist er selten und kostbar, wiewol er wenigstens bis 1554 lebte, WO er einen Nachtrag zu seinem Letztwillen machte. Bern ardino Gatti, von welchem bei der cremoner Schule wieder die Rede seyn wird, von seines Vaters Gewerbe il Sojaro genannt, hat viele Denkmale seiner Kunst in meh- rern Gegenden hinterlassen. Parma, Piaccnza, Cremona sind sehr reich daran. Er gehört zu Coreggioßs ächten und sei- nen Grundsätzen treuergebenen Schülern, besonders in Gegen- ständen, die der Meister behandelt hatte. Seine Pieta in der Nlagdalenenkirche zu Parma, seine Ruhe in Aegypten in S. Si- gismondo zu iCremona, seine Krippe in S. Pietro daselbst zeif gen, wie Coregigio nachgeahmt werden kann, ohne ihn zu copiren. Niemand hat ihm besser in Zartheit der Gesichter nachgeeifert. Seine Jungfrauen und Kinder athmen Unschuld, Schönheit und Lieblichkeit. Er liebt helle und weissliche Gründe und legt eine Süssigkeit in das Colorit, welche man einen Hüuptzug an ihm nennen kann. Bei allem dem versäumt er nicht seine Gestalten sehr abzurunden, und scheint, nach seines Meisters Beispiel, nicht eher die Hand'dnvon abgezogen zu haben, al bis sie von allen Seiten vollendet und vollkommen waren. Er hatte eine besondere Gabe, die Maler, neben wel- chen er arbeitete, 'zu copiren, ja nachzumachen. In Piacenza malte er nach Pordenone die Tribuna in S. M. di Canupa- gna; da, sagt Vasari, schien alles von Einer Hand zu seyn. ln dieser Kirche darf auch sein heil, "Georg dem heil. Augustin von Pordenone gegenüber nicht übersehen werden, eine sehr rund heraustretende Figur von grosser Bewegung, nach Giu- lio Romanws Zeichnung, wie man glaubt dem Wunsche des Bestellers zufolge. Wie tüchtig er übrigens an und für sich war, sieht man in Parma in mehrern Kirchen, besonders in der Kuppel des Kirchcngatters. Es ist ein in allen Theilen ausge- zeichnetes WVerk, und die Hauptfigur, die Jungfrau, wunderns- würdig und überraschend. Auch seine Vervielfältigung der Brote zu Cremona im Speisesaal der Lateranenser, mit seinem Namen