II. K. II. Zeitr. Raüäßlisten u. Coreggisten im I6. Jahrh. 277 es sei das vollendetste Wandgemälde in Bologna. Es war nebst Niiccolifs übrigen dortigen Arbeiten die Bewunderung und das Muster der Caracci. Das von Fremden am meisten be- trachtete unter diesen Bildern ist die Gesellschaft von Jung- frauen und Jünglingen, welches einem Saale des Instituts zur Zier dient. Nach Raffaelverschmiihte dieser Künstler nicht, auch andere nachzuahmen. Viele Maler können ein Sonett des Agost. Caracci auswendig, welcher in Niccolö allein RaifaePs Ebenmaas, blichelangelfs Fruchtbarkeit, Ti- zian's Wahrheit, Coreggiws Adel, Tibaldi's Composi- tion, Parmigianinifs Anmuth vereint, kurz, in ihm deng besten aller guten Künstler und aller Schulen fand. Muss man nun gleich hier berücksichtigen, dass ein Dichter, und zwar ein für die Zier seiner Schule leidenschaftlich eingenommener Dich- ter spricht, so würde er doch mehrere finden, die ihm beistimm- ten, wäre nur von Abate mehr in Gallerien zu sehen. Da. ist er aber höchst selten, theils weil er fast immer auf Kalk malte, theils weil er in seinem vierzigsten Jahre nach Frank- reich ging. Dahin berief ihn Abt Primaticcio als Gchülfen in seinen grossen Arbeiten für König Karl lX., und nie sah er Italien wieder. Daher ist das Miihrchen entstanden, er sei Primaticciws Schüler gewesen und habe von ihm den Zu- [Runen Abate bekommen, den er doch von seinem Geschlecht hatte, ln Fontainebleau waren 1740 acht und dreissig von Niccolö nach Primaticciw-s Zeichnungen gemalte ;_Bil- der vorhanden, welche Ulysscs' Begebenheiten darstellten, das Weitliiuftigste unter seinen vielen in Frankreich ausgeführten hVcrken; ges ward niedergerissen, wie Algarotti berichtet; doch Van Thuldens, eines Schülers von Rubens, Stiche sind noch übrig z). Niccoltfs Familie behauptete viele Jahre und in vielen L 2) Lnnzi, welcher selbst Niccolb deIPAbaIe über die Ge- bühr lobt, linde! denn doch Ago s l. Car a c ci's Schmeielxeleiexl über- trieben. An einem solchen Rugout, wie Uaracci beschreibt, wird man sich gewiss den Geschmack verderben. Der Sinn für das Schöne War aber so alisgearlet, dass man Pur m igi unin o wie diesen Niccol o, [bald Raffael . bald Cor eggio glcicbstellte, VVohin über Prilnaticc io und Nic c 0 l 0 führten wie weil ab von Raffnels Sonnenbahn kann man an den Kupferstichen sehen, welrhe der Schule von Fontainebleau angehören. Q_