Erster Zeitraum. Die Alten. 271 Loreto im Dom 1501, von Bernardino Orsi gemalt; und in S. Tommaso und anderwärts einige Gemälde von Simone Fornari, auch Moresini genannt, und von Francesco Caprioli. Ich nenne sie hier nicht bloss der Zeit wegen, in welcher sie lebten, sondern auch Wegen der Behaudlungsart, die gleich der der beiden Francia ist, besonders bei For- nari; viele Gemälde von ihm hat man für Werke dieser wak- kern Bologner gehalten. Carpi hat noch schätzbarere Ueberbleibsel der alten Kunst. Ausser einem Fries von rohester Bidnerei am Giebel des alten Doms, einer Arbeit des zwölften Jahrhunderts, hat auch die Kirche selbst zwei Capellen, wo man den Anfang und die Fort- schritte der Malerei in jener Gegend sehen kann. In einer ist die Vermählung der heil. Katharina, ein so kindliches Gemälde, dass man schwerlich in Italien ein ähnliches finden wird. Ver- ständiger ist die Wandmalerei; ein ureigenkräftiger Styl in Gewandung und Ansehau," in Bewegungen sehr gezwungen. Die andere Capelle ist in mehrere Vertiefungen abgetheilt, in jeder das Bild eine Heiligen; und aus diesem spätern Werke blitzt etwas von Giottischem Styl; Keiner giebt uns Kunde über diese so alten Maler. Das Verzeichnis der Schule beginnt mit Bernardino Loschi, der, von einem Parmigianer erzeugt, doch auf einigen Bildern sich einen Carpenser nennt. Ohne diese Anzeige würde man sie für Arbeiten eines der Franeia halten. Loschi diente Albert dem Frommen und die Nach- richten über ihn reichen VOIl 1495 bis 1533. Die Geschichte nennt uns auch einen seiner Zeitgenossen, Marco Meloni, der einen höchst genauen Pinsel führte, von welchem man alles Weiss, wenn man gesagt hat, seine Bilder in S. Bernardino und anderwärts ähneln denen der bologner Schule. Vielleicht Wilr er auch Zögling dieser Schule, wie Alessandro du Cürpi, den Malvasia unter Costafs Schülern nennt. Endlich trieb man auch in Coreggio die Kunst noch Vor Antonio Allegries Geburt. Vor wenig Jahren noch Ward in jenem Dom ein verstündiges Wandbild niedergerissen, Welches die Uebnliefefllng dem Lorenzo Allegri zusehrieb, der in einer Schenkungsurkunde von 1527 Ilfagister Lauren- iius filius magistri Antonii de Allegris Pictar genannt wird. Diesen hält man für den ersten Lehrer des Antonio Al-