Zweiter Zeitraum. Giulio Romano und seine Schule. 259 Die Veroner, welche auf dem Gemüssmarkte ein schönes Wand- gemälde mit dem Namen Alberto Cavalli aus Savona auf- bewahren, haben diesen Maler für einen Schüler Giulio's ge- halten, jedoch ohne andern Grund, als den eines im Nackten dem pippischen sehr ähnlichen Styls. Seltsam ist, dass man in Italien von einem so tüchtigen Manne weder eine andere Arbeit, noch weitere Kunde, trotz allen Nachforschungen, auf- getrieben hat; und es wiire nicht gar unwahrscheinlich, dass auch er ausgewandert und im Auslande gestorben. Benedetto Pügni aus Pescia hatte sich früher mit Bartolommco da Castiglioni, Paparello da Cortona, Gio. da Leone gebildet, von welchen, so viel ich weiss, nichts als der leidige Name übrig ist; dagegen Pagni, der mit Giulio nach Man- tllü gekommen war, von Vasari wie jeder andere betrachtet wird. Von seiner Hand ist ausser dem, was in seinem Ge- burtsorte noch übrig, in S. Andrea zu lllantua ein so grosser Schule würdiger heil. Lorenzo. Sein Gefährte in den vielen Werken in Te war Rinaldo aus Mantua, der grösste Maler dieser Stadt, nach Vasari's Urtheil, der mehrereinale sein allzukurzes Leben beklagt. Das Gemälde, der heil. Augustin, in der Trinita beweiset seine Grossheit von Jugend auf; die Zeichnung darin ist allerdings weit über sein Alter hinaus und Manche wollen es für des Meisters Werk halten. Länger lebte Fermo Guisoni, welcher im Dom die Berufung des Petrus "m1 Andreas nach einem der fleissigsten und schönsten Cartons Giuliois malte. Man hat auch andere Werke von ihm, fbeils von Bertani ihm gezeichnete, theils ganz eigene, wie eine Kreuzigung in S. Andrea, ein Werk, das sich durch Zeich- nung und kräftiges Colorit sehr empfiehlt. Vasari hat in dieser Reihe manche andere übergangen, Welche die Mantuaner für Giuliois Schule und ihre Vater- tüdt wieder gewonnen haben; unter diesen einen Teodoro Ghigi, oder Teodoro mantovano, wie er sich unter- Zeichnet; einen grossen Zeichner und so mit des Meisters Be- hailillllngsweise vertraut, dass er nach dessen Tode im Dienste des Fürsten einige Arbeiten in der Stadt und auf dem Lande Vollendete. Ippolito Andreasi malte auch viel nach Giu- HWS Cartons, und in S. Barbara und anderivärts verdienst- licllß Bilder. Von einem Francesco Perla werden im Dom R