242 Oberitalien. Vßnediger Schule. der schönen Künste beliebt und 1706 errichtet, laut Beschlus- ses den vorzüglichen italisehen und europäischen ähnlich; und noch ist es für jeden gebildeten Fremden eine Lust, den ihr gegönnten Sitz zu sehen und ihre Ucbungen kennen zu ler- nen. Privatleute aus dem Adelstande haben diese fürstlichen Zwecke hülfreieh gefördert und fördern sie noch; worin sich denn der Abt Filippo Farsetti hervorgethan, welcher zum all- gemeinen Besten eine reiche Sanimlung von Genlälrlen und Gypsabgüssen der schönsten alten Standbilder anlegte. Seine Erben handeln in demselben Geiste und erlauben nicht nur der Jugend, diese Denkmale zu stndiren, sondern wählen auch die jährlich dort gefertigten, nach dem Urtheile der angestellten Künstler besten Werke aus und lohnen sie feierlichst mit ei- ner der Freigebigkeit. Anstalt angemessenen Auch andere Herrn in Venedig und in dessen Gebiete ha- ben nicht wenig beigetragen, indem sie fähige junge Leute un- terstützen, dass sie in und ausser dem Lande die Kunst erler- nen können. Meines Bedünkens machen wol wenig Sehenkun- gen den Familien so viel Ehre, als diese; denn nicht nur ver- dienstlich ist es, einen ililitixienschexi und lllitbürger zu unfer- stützen, sondern man darf zugleich holieu, dass den Künsten ein Anhänger, ja vielleicht ein Hersteller (lnmiterzogeix werde. Ich könnte die Früchte dieser L'reigebigkeit aufzählen und meh- rere würdige noeh -lebende Maler, wie ihre Gönner, nennen; aber das Gesetz, welches ich mir auferlegt habe, das Lob leben- der Maler den Nachkommen unberührt zu überlassen, um nicht durch Schweigen die Unerwühnten zu verletzen, verbietet es mir. In einer andern Kunst darf ich wol dessen gedenken, was jeder weiss, nämlich dass der grossmiithigen Günuerschaft der Fulier und Zulian grösstentheils Rom und Italien einen berühmten und verdienten Künstler, wie den Bildhauer Anto- nio Canova, verdankt. Er hat durch die That bewiesen, dass das Geschick Italien wol seine Meisterwerke, aber nicht den Genius entreissen kann, der sie wieder schafft: w), i-äi 10) Diese Stelle bezieht sich auf Canovzüs edelmüthiges Aus- schlagßn der glänzender: Anerhietungen, welche Nnpuleon ihm machte, der Italien nicht blass Kunstwerke, sondern auch die berühmten