202 Oberitalien. Schule. Venediger gehe, weil sie entweder nicht Zeit, oder 'l'alent hatten, sich bekannt zu machen. So endete in Verona um das genannte Jahr, als Orbetto sich schon in Rom niedergelassen hatte, die Schulfolge der Brusasorci. Dort waren auch die Jün- ger Paolo 's, die wir nach ihm erwähnten, Montemez zan o, Benfatto, Verona und andere, welche ebenfalls um diese Zeit starben, und so verlor sich fast jede Spur einer landschaft- lichen Schule. Auf die einheimischen Style folgten also in Verona die auswärtigen. Schon einige Zeit hatten sich veroner Jünglinge in aus- wärtige Schulen begeben, manche Fremde auch sich in Verona niedergelassen. Dionisio Guerri hatte sich unter Feti ei- nen anschaulichen, augenfälligen Geschmack gebildet und hätte allein manchen Verlust ersetzen können; aber er starb sehr jung 1640, hinterliess wenige, grossentheils in auswärtigen Sammlungen zerstreute Arbeiten und viel Sehnen. Fran ce s co Bernardi, genannt il Bigolaro, der für einen Breseianer galt, bis Pozzo ihn Verona wiedcrgnb, hatte denselben Mei- ster und stellte in seinem Geschmack auf einem grossen Bilde zu S. Carlo den Schutzheiligen dar, welcher die Pestkranken bedient. Eben so zeigte er sich in einem Gegenbildc; aber er malte mehr für Gallerien, als Kirchen. Von Mantna war auch Ritter B,arca gekommen, der in Verona sich häuslich nieder- liess. Ich weiss nicht, ob Feti ihn unterrichtet; sein Stylist Wechselnd; in einer Pietxi in S. Fcrmo malt er mit vieler Wir- kung; in andern alla Seala ist er voller Leichtigkeit und An- muth, ein Künstler, der gekannt zu werden verdient. Auch Bologna half die Leere in Verona ausfüllen. Guido und Albani machten sich dadurch verdient, dass sie Ritter "Coppa (sein wahrer Name ist Antonio Giarola, oder Gerola) unterrichteten, der unter ihre guten Schüler gehört, nur dass er in der Composition etwas überdiiingt ist und, um Guido's Siissigkeit nachzuahmen, zu schwach colorirt. Bei den Serviten ist seine Magdalena in der Wiiste voll Ausdrucks. Auch im Speisesaal des veroner Seminars ist ein Nachtmahl in Emaus im Style der besten Venediger. Wicwol dem Guido zugethan, sah Albano in ihm doch seinen liebsten Schüler und sendete ihn dem Herzog von Mantua zum Hofmaler, wie Nulvasia erzählt (T0. ll. p. 266)". Aus derselben Sohnie