Zweiter Zeitraum. Giorgione, Tiziano, Tintoretto etc. 195 der Zeit, zu welcher er lebte, wol Tintorettws Unterricht selbst hätte geniessen können, wenigstens aber doch ihn aus seinen Werken schöpfte, Johann Rotenhammer aus Mün- chen. Er kam mit einem mässigen Vorrath von Kenntnis, den 91' bei einem schwachen Maler daheim gesammelt hatte, nach Italien, nahm in Rom zu und bildete sich in Venedig hauptsäch- lich nach Robusti aus. Dort liess er, sehr geachtet, agli. lncurabili eine heil. Christine, in S. Bartolommeo eine Ver- kündigung, und, wie man glauben darf, andere Arbeiten in Privathäusern. Als er nachher mit vielem Vermögen nach Eng- lind kam, und doch arm starb, ward er von Almosen, welche die Venediger einsammelten, begraben. Und, wie Zanetti Sagt, betraten nicht viele Andere diesen Weg, vielleicht Weil es damals lieblichere Arten zu malen gab. Ridolfi dagegen bezeugt, dass im Ablaufe des Jahrhunderts alle jungen Leute sich nach ihm bildeten, und wenn wir von den Manieristen handeln werden, werden wir sehen, dass diese Schule ihn als ebersten Meister anerkannt. Gehen wir nun aber zu der bassanisehcn Schule über! Jacopo da. Ponte, Sohn jenes Francesco, der im vorigen Zeitraum unter den'guten Malern des 15. Jahrhun- derts gelobt wurde, kam kurz nach Tintoretto zur Welt und ward von dem Vater in die Kunst eingeweiht. Seine er- Sten Arbeiten in der Bernardinkirche daheim tragen auch das Gcprüg dieser Erziehung. Er kam nach Venedig an Boni- fazio empfohlen, der eben so eifersüchtig auf seine Kunst war, als Tizian und Tintoretto, so dass Jacopo ihn nur verstohlen durch die Thürritzen seines Arbeitzimmers malen Sah. Er blieb nicht lange in Venedig, übte sich in Zeichnun- gen nach Parmigianino und Copien nach Bonifaziws und Tizian's Gemälden, zu dessen Schüler ihn auch eine Handschrift macht. Reichte dazu die Gleichförmigkeit der Be- handlung hin, die freilich ein missliches Zeichen ist, so müstte man es glauben; so Tizianisch ist Jacop0's zweiter Styli In Seiner Vaterstadt sind Gemälde von ihm selten, z. B. eine Flucht nach Aegypteir zu S. Girolamo, und eine Geburt des Erlösers beim Dr. Larber; Jugendwerke Jacopo's, die aber der Malerei durch ihren Reiz einen zweiten Tizian vor? ßpraehen.