70 Oberitalien. Vencdiger Schule. Aus Giorgioneis Schule gingen auch Giovanni da Udine und Francesco Torbido aus Verona, zubenannt der Moh r, hervor; beide vortreHlich seine Tintengebung nach- ahmend. Von Giovanni, Ilachmaligem Schiller RaffaePs, ist schon die Rede gewesen und wird noch an einem andern Orte gesprochen Werden müssen. Der Mohr hielt sich wenig zu Gio rgione, mehr zu Liberale, dessen Zeichnung und Flßisg er wirklich naehahmte, ja übertraf, indem er sich selbst unauf. hörlich tadelte und sehr langsam arbeitete. Selten sind Altar- bilder von ihm, minder selten Cabinetstücke, meistens biblischen Inhalts, und Bildnisse, an denen nichts zu wünschen übrig bleibt, als vielleicht eine grössere Freiheit des Pinsels. [m Dom zu Verona malte er auf Kalk mehrere Scenen aus U. L. F; Leben, darunter eine wahrhaft wundernswerthe Himmelfahrt; aber hieraus kann man seine Zeichnung nicht beurtheilen, da Giulio Romano die Cartons dazu machte. Wohl sieht man aber seine Ausführung, welche, wie Vasari bemerkt, ihn als einen fleissigen Coloristen, wie irgend einen seiner Zeit, he- urkundet. Die nun Folgenden werden von der Geschichte zu Gior. gione's Schaar gerechnet, nicht zwar als Schüler, sondern als Nachahmer. Alle stehen zu Bellini; denn bis zu Tinto- rette war es venediger Art, nicht Neues zu erfinden, sondern nur das bereits Erfnndene zu vervollkommnen, und nicht sowol die Bellini zu vergessen, als vielmehr nach Giorgioneßs und Tizianw Beispiel sie näher an den neuem Kunsihrauch heranzubringen. Daher bildete sich ein Heer von lilalern sehr einförmigen Geschmacks, und ward jene Uebertreibung zur Farbe der Wahrheit, so dass wer Einen venedigcr llilaler jener lZeic kennt, alle kennt. Aber Uebertreibung ist es, wie gesagt, und dennoch ist Styl und Verdienst verschieden. Unter die besten Giorgionisten setzt man drei, welche zur Stadt oder Lande schaft Bergamo gehören: Lotto, wie Mehrere glauben, Palma und Cariani. Sie gleichen ihm gewöhnlich im Vertreiben der Farben; aber im Auftrag und in der Wahl scheinen ie oft nus Venetus und das Jahr 1520, Dieser darf also nirht mit F. Marco verwechselt, noch das trevigische Bild jenes andern diesem zugesrhrielaexx werden. Diesen ärrihum misst mir P, Fcdel-ici Vgl, I. p, 120 bei; ich weise aber nicht, aus welchem Grunde. L.