Zweiter Zeitraum. Giorgione, Tiziarlo, Tintoretto eic. 69 habe sich mit ihm vereint, um die allzu günstige Meinung der Römer von Raffael niederzuhaltcn. Er fügt hinzu, nach- dem dieser gestorben, sei Sebastian mit Michclangelfs Begünstigung für den Ersten gehalten, und Giulio Romano sowol, als die Uebrigen aus dieser neidisehen Schule Seien zurückgesetzt worden. Ich weiss nicht, was man von einer Angabe sagen soll, die, wenn man ihr nicht glaubt, dem Ge- schichtschreiber Unrecht thut, und wenn man ihr glaubt, dem Buonarroti nicht viel Ehre macht. Der Leser entscheide! Sebastiuno Lwar auch Erfinder einer neuen Art in Oel auf Stein zu malen, wie er die Geisselung zu S. Pietro in Mon- torio ausführte, die eben so sehr mit der Zeit schwarz gewor- den ist, als die übrigen dortigen Wandgemälde sich erhalten haben. Auch malte er Zimmergemiildc auf Stein, was damals in den ersten Jahren beliebte Aufnahme fand, aber der schwie- rigen FortschaHung halber bald seine Endschaft erreichte. In dieser, oder ähnlicher Art sind einige Bilder aus dem sechzehn- ten Jahrhundert, die jetzt in einigen Museen für alterthümlich gehalten werden G). 7 der Dom, wo eine Madre (Iolorosa, die durch Jugend und tiefe Be- trübniss rührt, neben ihr S. Catarirxa. u. Johannes von F rancis cus Bis solus, eine Verkündigung von Ti zinn, ein heil. Sebastian von Paris Bordone, und eine Processiuxl von Dominici 1572 zu sehen sind. Dieser Doniinici ist ein rortreiilicher wenig bekann- ter Künstler. Q. 6) Ich habe schon an einem andern Orte angedeutet, dass P, M. Federici als wahrscheinlich angenuniinen, F. Sebastiano sei derselbe mit F. Marco Pensaben, dem Dominicancr. Ihr Ge- burtsjahr ist freilich dasselbe. Aber die übrigen Zeitangaben stim- lnen zu wenig, wenn man nicht etwa. annehmen will, Alles, was Va- sari in Sebastiaxüs, SlillZl05S und PernzzVs Leben ge- schrieben, sei ein blosses Phantusiespielu Es lohnt nicht der Mühe, kleinliche Vergleichungen zwischen den Zeitxzerhiiltnissen beider Ma- ler anzustellen. Wir fanden 1520 Pensa ben in Venedig, nachher in Trevigi, wo er sich bis zum Juli 1521 aufhielt. Zu dieser Zeit nun war Sebastian der Venediger in Rom. Der Card. Julius von Medici hatte bei Raffael die Verklärung bestellt, die er kaum vol- lendete, als er 1520 am Charfreitage starb; und zu gleicher Zeit malte Sebastianlo für denselben (Jardinal, gleichsam mit Bafiael wetteifernd, die Auferstehung Lazari, die kurz darauf mit der Ver- klärung ausgestellt und hierauf nach Frankreich gesendet wurde. Noch mehr! Auch das hlarlyrthunx der heil. Agata malte er für den Cardinal von Aragona, welches zu Vasax-Ps Zeit beim Herzog von. Urbino war, und beendigte es zu Florenz im Palast Pitli, aus wel- chem C8 nach Frankreich kam. Darunter steht der Name Sebasliu-