24 Oberitalien. Schule. V enediger Es hat mehrere Abtheiimxgen; die wiirdigstc Stelle nimmt der heil. Hieronymus ein, um ihn her sind andere Heilige. Hier und du ist es naehgebessert; was aber noch ursprünglich darin ist, macht dem Maler Ehre. Es hat Ausdruck, Farbe, beson- ders Fernung, wodurch er einer der Treiilichsten jener Gegend ist._ Oberwiihntes Bild bestellte die Familie Lazara bei ihm, welche den 1449 geschlossenen Vertrag und die 1452, als es beendet war, quittirte Rechnung hat. Der Maler unterzeichnet Francesco Squarcione; wonach Vasari zu berichtigen ist, der, in der Namenangabe der Venediger immer unglücklich, ihn Jacopo nannte; ein Irrthum, der sich auch in die Kunst- wörterbücher fortgepilanzt hat! Ausserdem sind in einem Klo- ster des heil. Franz des Grossen einige Scenen aus des Heili- gen Leben in grüner Erde, aus seiner frühesten Zeit. Man hält sie mit vielem Grunde für sein WVerk, doch nicht ohne Mitwirkung seiner Schule; denn es ist mehr und weniger Gu- tes darin. Sie befanden sich neben einigen andern von ihm, ebenfalls in grüner Erde, die aber zu Algarotti1s Zeiten untergingen und in einem sehr gelehrten Briefe von ihm be- dauert werden. lhrStyl ist ganz dieser Schule gemiiss: Schlank- heit der Figuren, festgeheftete Falten, Verkürzungen, die in je- ner Zeit nicht eben gewöhnlich waren, und unreife Versuche, dem griechischen Style zu nahen. Wenn man nun von Padua nach Deutschland hingeht, so findet man im Trevisanischen und in Friaul unbenannte Gemälde, welche diesem Zeitraume anzugehören scheinen; so fern sind sie_ noch von der bessern Behandlung, die wir bald beschreiben werden. In Treviso ist mitNamen be- kannt Antonio, der in S. Niccolö den heil. Christoph in Riescngrösse verständig naalte; und Liberale da. Campo, Verfertiger eines Krippenbildes im Dom. Besser als sie musste Giorgio aus Trevigi seyn, wenn Rossetti die Wahrheit sagt, der ihn 1437 den berühmten Thurm mit der Uhr malen lässt. In der Treviser Mark sind noch mehr oder weniger gute Bilder aus dem 15. Jahrhundert zerstreut, besonders in Serravalle. Diesen Namen führen in Italien mehrere Oerter von den sie umfriedenden Bergen; dieser aber ist der grüsstevon allen, eine reiche und ziemlich zierliche Stadt, wo Tizian bei einem Schudegersohne alljährlich etliche Monate zu seinem Ver-