598 Unteritalien. Viertes Buch. Neapelisclle Schule. der gedient, noch ein Kriegsgefeeht gesehen hatte. Er gab viel auf Zeichnung, befragte überall die Wahrheit, colorirte {leissig und trug gut auf. Dass er Borgognone unterrich- tet habe, wie Einige sagen, ist schwer zu glauben. Baldi- nueei, der seine Nachrichten doch von jenem Mönche selbst hatte, sagt kein Wort davon; wahr jedoch ist, dass sie sich kannten und achteten, und Beider Schlachtstücke in Sammlun- gen der Grossen aufbewahrt und theuer bezahlt werden. Aniello hatte viel Schüler, und brauchte sie, wie andere Freunde unter den Malern, den Mord eines Verwandten und Schülers zu rächen, den die Spanische Besatzung umgebracht hatte. Als daher Maso Aniello's Aufstand ausbrach, ver- band er sich mit den Seinen zu dem sogenannten Todesverein .und sie richteten unter Spagnolettois Schutze, der sie beim Vieekönig entschuldigte, eine greuliche Niederlage an, bis Alles beseitigt, das Volk gezähmt, auch diese mörderische Hor- de, für sieh besorgt, ans einander ging und sich rettete. Fal- cone ging einige Jahre nach Frankreich, wo desshalb viel Ar- beiten von ihm vorhanden sind; die übrigen flohen nach Rom, oder zogen sich in bevorrechteteßerter zurück. Die Tüchtigsten der Schule waren (lamals Salvator R0- sa, von welchem schon oben die Rede war, der mit Schlach- ten begann und mit Landschaften schloss, und Domenico Gargiuoli, genannt Micco Spadaro , ein verdienter Landschafter, guter Figurcnmaler auch im Grossen, wie die Karthause und mehrere Kirchen beweisen; von ganz vorzügli- chem Talent aber in kleinen Figuren, WOTlII er, um Alles mit Wenigen: auszusprechen, der Cerquozzi seiner Schulelist. Daher mochte V iviano Codagora, nachdem er ihn kennen gelernt, von keinem Andern Figuren, oder Scenen für seine Bautenmalereien haben; so anmuthig wusste er sie anzupassen. Und so fest war dieser Freundschaftsbunrl, dass sie vereint der nberwähnten Todesgefahr entgegengingen und bis an das Ende verbunden blieben. Die Neaplcr Bildersammlungen haben eine Menge ihrer Gemälde, und noch mehr launige, oder witzige, alle von Spadaro's Hand. Dieser hatte in Darstellungen aus der Pöbelwelt, besonders seiner Landsleute, wo grosse Mengen zusammenlaufen, seines Gleichen nicht. Auf manchen Bildern hat er über tausend F iguren. Er brauchte Stefanrfs