Fünfter Zeitraum. Cortonisten. Maratta 505 nicht hinlänglich verstanden erscheinen lässt und die Figuren zuweilen minder schlank macht. Auch in dem Haupteinklang der Farben brachte er etwas Undurchsichtiges auf die Bahn, woran Einige die Marattisten hauptsächlich erkennenwollen. Und in der That war seine Kunst, das Hauptlicht auf einen Gegenstand zu sammeln, wogegen er die übrigen Lichter et- was zu tief hielt. Aber seine Anhänger trieben, wie es zu gehen pflegt, diesen Grundsatz zu weit und verfielen zuweilen am Ende in eine Art von Umnebelung. Obwol selten, malte er doch auch einige ungewöhnlich grosse Bilder, wie den heil. Karl in'seiner Kirche al Corso, die Taufe Christi in der Karthause, die für die Peterskirche als Mosaik ausgeführt ward. Die übrigen Bilder sind meistens kleiner auf Leinwand, viele in Rom, darunter der so liebliche heil. Stanislaus Kostka am Altar, wo seine Asche aufbewahrt ist; nicht wenige auch ausserhalb Roms, wie der heil. Andrea Corsini in der Capelle des erl. Hauses in Florenz; der heil. Franz von Sales bei den Philippincrn in Forli; eines "seiner überdachtcsten Werke! Er arbeitete viel für fürstliche und Pri- vatgallerien. Keine Fürstengallerie in Rom ist ohne einige Bilder von ihm, insbesondere die der Albani, deren Hause er sehr ergeben war. Im Kirchenstaate sieht man ihn nicht sel- ten.' Merkwürdig ist sein Nachbiid der Schlacht des Constan- tin bei den HH. lliancinforti in Ancona. Er schlug diese ihm angetragene Arbeit einem seiner iiltern Schüler vor, der sie aber ablehnte; desshalb übernahm er ie und ergriff, als er sie ausstellte, die Gelegenheit, die jüngeren zu ermahnen, dass das Copiren solcher Meister auch vollendeten Künstlern nützlich sei. Er bildete auch eine seiner Töchter zur Malerin, deren Bildnis als Malerin, von ihr selbst gefertigt, in der Gallerie Con- sini zu Rom vorhanden ist 4). 4) Vfie auf einem fruchtbaren, aber vernachlässigten Boden üppi- ges Unkraut wucbernd aufscbiesst, so verbreiteten sich die Corto- nisten zu jener Zeit und bedeckten mit ihren leichten Malereien gLOsse Räume in den Hiiusern der Reichen. 'Es ist also als ein Glück zu betrachten, dass Marntti diesem Unfug wenigstens mittelbar Einhalt tbat, wenn es ihm auch an eigner Kraft fehlte, die Kunst zur. erheben. Sein milder Geist und die Lieblichkeit Seiner Bilder hemmte denn doch die Ausschweifungen in der Kunst, wenn sie auch nicht durch ihn gefördert werden konnte, da er etwas Schwäc-hliches und