Viert. Zeitr. Außeben d. guten Geschmacks mit Barocci. 491 (anderm -Himmel. M. J oh. Rosa, ein Niederländer, ist in Rom und dem Kirchenstaate durch seine vielen Thierstiicke bekannt; worin er ein seltenes Talent hatte. Er soll Hunde mit ge- malten Hasen getäuscht und so des Zeuxis vonPlinius so ge- rühmte Wunder erneut haben. 'Zwei seiner grössten und rei- zendsten Bilder sind in der Gallerie Bolognetti, und dabei auch ein Bildnis, ich weiss nicht, ob des Malers, oder wessen sonst. Er darf nicht mit dem andern Rosa da Tivoli verwechselt werden, der ein guter, aber in Italien nicht so berühmter Thier- maler war und später blühte. Sein wahrer Name ist Philipp Peter Roos. Er _war in Rom Schüler und Eidam Bran- di's, dessen Eil in vielen Bildern, die ich in Rom und im Kirchenstaate gesehen, wiederkehrt; nach _diesen aber 'ist sein Werth nicht zu ermessen. Man muss seine mit Musse gefer- tigten Bilder besonders in fürstlichen Sammlungen sehen, kwie in Wien, Dresden, München und andern Hauptstädten Deutsch. lands. Auch London hat nicht wenige, die in ihrer Art köst- lich sind 57). Nachdem Caravaggio in der Blumenmalerei die besten Muster gegeben, war der Ritter Tommaso Salini in Rom, ein verständiger Figurenmaler, als welchen man ihn in S. Ago- stino in einem heil. Niklas kennen lernt, der Erste, welcher aus Blumen Gefüsse zusammensetzte und sie in schöner Sym- metrie mit passenden Blättern und andern launenhaften Erfin- dungen begleitete. Auch Andere legten sich darauf, und unter Allen zeichnete sich Mario Nuzzi dalla Penna aus, der den Zunamen Blumenmario bekam, so dass bei seinen Leb- zeiten jcde Gallerie danach verlangte und sie theuer kaufte. In wenigen Jahren aber sanken sie sehr im Werthe, weil sie ihre erste Frische nicht behielten, sondern naehdunkelten und nachsclmmzten. S0 erging es auch den Bluhienstücken der Laura Bernasconi, die ihn besser als Alle nachahmte und noch in mehrern Bildersammlungen lebt. 57) Er war Grossvater des Giuseppe Rosa, Directors der kais. Gallerie in lWien, von deren ltal. und Niederl. Genxälden er ein Ver- zeichnis herausgab und die Deutschen noch versprochen hat. Unter seinem in Kupfer gestochenen Bildnis findet man auch die Academien, deren Rlilglieü er ist. Er steht unter den Künstlern, deren Zeich- nungen Mariette kaufte, und im Zärichm- allgem. Wörterb. d. 80h. K. v. 1763. L.