480 Drittes Buch. Römische Schule. Soviel von den Figurenmalernl Jetzt von Landschaften, und andern Zweigen der niedern Malerei, deren goldenes Ze;t_ alter das Jahrhundert Urban's war. Die Landschaftmalerei blüh- te nie so fröhlich, als in jenen Tagen. Kurz vor dieses Papstes Antritt war Adam Elzheimer 50) oder Adam aus Frank_ furt, auch der Deutsche genannt, in Rom gestorben, der unter Papst Paul V. auch eine Schule dort errichtet hatte (Davi d Tenicrs Ward darin gebildet), ein Mann von wunderbare,- Einbildungskraft, welcher Landschaften, die er früh gesehen, Abends genau zeichnete und in Rom den Geschmack so ausge_ bildet hatte,.dass seine Bilderchen, die meistens Nachtseenen darstellten, damals und noch immer sehr gesucht werden. Eben so war kurz zuvor Gio. Batista Viola in Rom verschiem den, einer der ersten, die, von Annibal Caracci geleitet, die alte Niederländische Trockenheit verliessen und ländliche Ansichten fetter und markiger ilarstellten. Auch Vincenzio Armanno hatte diese Kunst gefördert, durch eine gewisse Natürlichkeit, die ohne sonderliche Wahl des Bodens, der Bälh me und der Verzweigung durch die Wahrheit selbst unterhält, und durch eine gewisse Ruhe und Milde der Farben, einiqe Streiflichter und Schlagschatten ergetzt. Uebrigens war er 1:_ benswerth in Figuren und reich an Erfindung. Aber die drei berühmten Laudschafter, welche um die Wette- in den fürsuh eben Salmlnlungell gesucht werden, traten unter Urban auf: Salvator Rosa aus Neapel, ein gefälliger und witziger sa_ tyrischer Dichter; Claude Gelee aus Lothringen; Caspal. Dughet, sonst Poussin genannt, Niecolffs Schwager, wie ich schon bemerkte. Die Mode, welche nur zu oft sich herausnimmt den Ton in der Kunst anzugeben, hat nach der Reihe bald diesen, bald jenen dieser drei Männer erhoben und somit auch die Maler in Rom gezwungen, bald diesen, bald jc_ nen zu copiren und ihren Styl anzunehmen. Nach den Grundsätzen dieses Jahrhunderts war Rosa 5x) der gefeiertcste Schüler des Spagnoletto und so zu sagen 50) Dessen rührende und tretfliche Lebensbeschreibung in .7. v_ Sanrlrartis lrwisclz. Aradeue. II, 3. 294. Heinrich Gaud hat Fllzheinners Gexuiihle vor allen trefflich gestochen. S. Smulr. n. 0_ S. 308. Q. 51) Vergl- G0etlze' Wiuckclnzaizn. S. 186. 223.