Viert. Zeitr. Aufleben d. guten Geschmacks mit Barocci. 439 gleich er mehrCaravaggio's,als Annibale' Anhängerwar. Er wurde an der Peterskirche und in der Villa Lodovisi am meisten gebraucht 4). Hierauf folgte die Regierung Urbane YllL, die Dichtern und Malern gleich günstig, doch für die Malerei glücklicher, als für die Dichtkunst war, wei-l sie ausser den Caraccisten auch Poussiu, Cortona, und die besten Landschafter, welche die YVclt hatte, zählte. Weder er, noch der Cardinal, sein Enkel, und die Ucbrigen dieser Familie versäumten die wacker-n Maler entweder in der Peterskirche, oder in ihrem eigenen Paleste oder in der neuen Capuciuer- kirche zu brauchen, wo die Altarbilder an Lanfranco, Gui- do, Sacchi, Berrettini und andere" berühmte Künstler vertheilt wurden. Ebenso verfahren Alexander Vll., ein ge- schmackvoller Papst, und die folgenden. Unter Alexander liess sich die ehmalige Königin von Schweden, Christina, in Rom nieder, und ihre Leidenschaft für die zeichnenden Künste be- seelte und versorgte nicht wenig der Künstler, die wir nennen werden. Freilich müssen wir die 'l'üchtigsten dieses Zeitraums einem andern Orte vorbehalten, weil sie mit allem Rechte der Bologner Schule angehören, und von Einigen haben wir schon bei der Florentiner gesprochen. Jetzt zu den Einzelnen! Federigo Barocci könnte der Zeit nach in den vori- gen Zeitraum gerechnet werden; aber sein Verdienst stellt ihn in diesen, wo ich die Umbildner und Verbesscrer der Kunst Ibe- fasse. Er lernte zuerst bei Batista Franco, einem Vene- zianer von Geburt, dem Style nach einem Florentiner. Dieser ging jung nach Rom, unrdort zu studiren, entzündetesich für das Grosse in Michelangelo, und copirte hier und in Flo-, reuz, was er nur von seinen Gemälden, Zeichnungen und Sta- tuen sehen konnte. Er ward ein höchst wackerer Zeichner, wicwol nicht gleich wackerer Colorist, auch nicht so frei; denn er hatte erst spät sich auf das Coiorit verlegt. In Rom muss man ihn in Minerva kennen lernen aus einigen evangelischen in einer Capelle auf Kalk gemalten Seenen, welche Vasari Allem, was er sonst malte, verzog. Auch das Chor der Mut- terkirche zu Urbino schmückte er mit Wandgemüldeu, und liess 7 d) {V0 er gestochen. die berübmle Aumrß in Kupfer malte, welche V o l p a t o Q.