Dritter Zeitraum. Verfall der Malerei. 421 Zeichnungen, deren Giacorno sehr viele hatte, geliefertedGe- lnälde machten ihm Anfangs einen Namen, aber soviel bedurfte es damals gar nicht. Die Meisten begnügten sich schon mit der Leichtigkeit, dem Ideuer, dem Lärm, dem Lcutegeilriinge auf seinen Bildern, Die Pferde, die er vortrefflich malte, die Gesichter, die er kräftig darstellte, gefielen Allen: Wenige be- merkten das Unrichtige der Zeichnung, Wenige die Eintönig- keit der Extremitäten, Wenige das Grundlose in den Falten, den Abstufungen, Schlaglicbtern und Schlagschatten. Unter diesen Wenigen waren Caravaggio und Annibale Ca- racei; durch sie kam es zur Sprache, und darum zu Ausfor- derungen. Er nahm die des Car avaggio nicht an, weil die- ser noch nicht Ritter war; Annibal nicht die des Ritters von Arpino, weil, sagte er, sein Degen sein Pinsel wäre. S0 hattendiese beiden grossen Künstler in Rom kein grösseres Hindernis bei ihrer Verbesserung der Malerei, als Cesari, seine Schule und seine Gönner. Der Arpinat überlebte Beide mehr als 30 Jahre, und hin- terliess ein noch fehlerhafteres Geschlecht. Er war dochtanl Ende ein geborener Maler und hatte in einer so umfassenden und schweren Kunst doch Gaben, seine Fehler zum Theil zu verdecken; er colorirtc in Wandbildern vortrelilich, erfand glücklich und viel, beseelte die Figuren und ertheilte ihnen eine Lieblichkeit, welche Baglione, der ganz andere Grund- sätze hegte, 110011 bßivundern musste. Dieser unterschied auch zwgi Style Cesaril, den einen lobenswerthen in der Him- melfahrt zu S. Prassede und mehrern verkürzten Propheten; der Madonna im Himmel in" S. Gio. Grisogno,'wo er sich im Colorit auszeichnete; der Halle iill Hause Ürsini, und auf dem Capitolio in der Geburt des Romulus, und der "Schlacht zwi- schen den Römern und Sabin-ern; einem iVandbilde, das Ei- nige allen seinen übrigen vorgezogen haben. Noch könnte man einige, besonders kleine, Bilder mit auf Holz aufgesetzten Gold- lichtern hieher rechnen, wo er" höchst vollendet und gleichsam ein anderer Künstler ist; in welchem Geschmack ich eine Er- scheinung bei den Grafen Simonctti in Osimo und einen heil. Franciscus in Entzückung zu Rimixii im Hause der Herren Belmonti gesehen habe. Sein zweiter Styl ist sehr frei und nachlässig; und diesen hatte er nur zu oft, theils weil er nicht