416 Buch. Drittes Römische Schule, welches er dem P. Ignazio Danti, einem Dominicaner, auf- trug, der Mathematiker und Kosmograph an seinem Hofe war und nachher zum Bisthum von Alatri befördert wurde. Er war aus Perugia und Glied einer Künstlerfamilie; zwei seiner Brüder waren ltlalcr, Girolamo, von welchem in seiner Vaterstadt in S. Pietro einige Arbeiten nach Vasari sind, und Vincenzio, der in Rom dem lgnazio half, und schon als guter Wandmaler daselbst starb. _Ein anderes grosses Werk wurde damals unternommen, die Fortsetzung der Halle des Raffael, oder ein daranstossender Arm, wo nach San_ zi0,s Vorschrift vier Bilder in jedem Bogen gemalt werden sollten, alle aus dem N. T. Roncalli, Circignanoes Schüler, über welchen wir uns Näheres für "den folgenden Zeit- raum vorbehalten, wurde beauftragt, diesen Gemälden vorzu- stehen, stand aber selbst unter Danti, weil die Erfahrung gelehrt hatte, dass die Leitung der Arbeiten ganz Künstlern zu überlassen, der Ausführung schadet, indem nur Wenige sich bei der Wahl untergeordneter Künstler nicht von Vorliebe, Geiz, oder Eifersucht leiten lassen. Diese Wahl also wurde dem Danti vorbehalten, der mit Kunstkenntnis auch sittliche Eigenschaften verband. Er also vertheilte und leitete die ganze Arbeit so, dass die Ruhe, die Unterwerfung, die gute Ordnung der Raffaelschen Zeiten in dem Vatiean wieder einzukehren schien. Doch die Kunst war freilich nicht mehr dieselbe, und die matten neuen Gemälde, gegen die alten ge_ halten, zeigen den Verfall; nur stellenweis sind Bilder von Tempesti, Raffaellino da Reggio, Palma dem Jüm gern, Girolamo Massei, die jener Zeit viel Ehre nlachen, Ein anderer Aufseher über die Arbeiten im Vatican, W01 aber mehr in der Baukunst, als in der Malerei, war Girg- lamo Muziasno aus Brescia, der, ohne in seiner Heimat Ire- rühmt zu seyn, jung nachRom kam und dort als die beste Stütze des gründlichen Geschmacks galt. Aus der Venezianer Schule hatte er die Grundsätze der Zeichnung und des Colo- rits mitgebracht; und zuvörderst erwarb er sich Fertigkeit in ländlichen Ansichten, so dass er in Rom den Zunamen deg jungen Landschafters bekam. Dies war aber nichts gegen sei- Ileü Ililßhlllüligen ausdauernden Kunsteifer, der soweit ging, dass er sich das Haupt schor, um nicht ausgehen zu könnem