Dritter Zeitraum. Verfalll der Malerei. 407 ' , einem Gegenstandes, den er äusserst anmuthig in einer Kirche zu Osimo wiederholte. Sein Meisterwerk ist in Ancona, das Hochaltarblatt in der Bartholomäuskirehe, ein höchst reiches Gemälde, welches auf eine ganz neue, dem grossen Felde, und der Menge von Heiligen, die darauf vorkommen mussten, am gemessene Weise abgetheilt ist. Oben ist der Thron U. L. F, zwischen einem heitern Reigen von Engelskindern; zu beiden Seiten zwei heilige Jungfrauen knieend. Zu dieser Höhe füh- ren zwei schöne Stufenreihen, eine zum Theil; und so den obern von dem niedern Grunde getrennt, stellte er auf diesem den Schutzheiligen dar, eine halbnackte Figur von starkem Ausdruck, nebst dem heil. ganz Raffaelschen Paulus, und zwei andern Heiligen. Es hat einen Farbenauftrag, eine Ilar- monie, eine Ganzheit, um deren willen Einige es für das beste Bild der Stadt halten; könnte man etwas daran noch wünschen, so wiir" es eine bessere Abstufung der Gegenstände. Ser- moneta arbeitete nicht viel für Bildersammlungen, Bildnisse ausgenommen, in welchen er für trefflich galt. Ihm ähnlich "an Geschmack, nur geleckter und gemischter aus Raffael und Andrea del Sarto, ist Scipioue Pul- zone da Gaeta, der in Jacopinws del Conte- Arbeit-- zimmer aufgewachsen war. Obwol er schon in seinem Btlstcxi Jahre starb, hinterliess er doch einen grossen Ruf, besonders als Bildnismaler. Er malte deren sehr viel für die Päpste. umi Herren seiner Zeit, und so trefflich, dass Einige ihn den V an- dyck der Römischen Schule nennen. Ja, in ihm kündigte sich schon Seyboldw feine Ausführlichkeit in den Haaren an, die Spiegelung der Fenster und anderer. so kleiner Ge- genstände, wie wir sie in der Natur sehen, in- denrAugen- stern. Auch fertigte er Bilder im feinsten Geschmack, wie den Gekreuzigten in der Vallicella, und lliiariä Himmelfahrt in S. Silvestro zu Monte Cavallo, ein Bild von schöner Zeißhilung, vieler Anmuth in den Tinten, und von schöner Wlii-kung! In der Borghesischen Sammlung ist eine heilige Familie von ihm; im Florentiner hluseum ein Gebet im Garten; und so ander- wiirts kleine, für selten und kostbar geaohtete, zlmmerbilder, Taddeo und Federigo Zucearo gelten für die,Va- sari dieser Schule. Wie Vasari nach Miehelangelifs Vorgang große Kunstfertigkeit hat, so wollten diese besonders