338 Drittes Buch. Römische Schule. stadt in der Börsenhalle oder Wechslercapelle ist, wo er evan- gelische Geschichten, Heilige des A. B. dargestellt und sein Bildnis beigefügt hat, unter welches die dankbaren Mitbürger ein schönes Lob schrieben. Ausgezeichnet, gcwissermasscn Raf. faelisch, ist er in einigen Bildern aus seinen letzten Jahren, wie ich glaube; wie ich denn eines dieser Art, eine heilige Familie, in der Carmeliterkirche zu Perngia gesehen habt Dasselbe kann man auch von manchen seiner kleinen fast M1- niaturbilder sagen, wie dem am Zockcl des heil. Petrus zu Perugia, vielleicht seinem reizendsten und gefeiltesten, um] so von einigen andern höchst fleissig ausgeführten Bilderchen 33), deren nicht so gar viel sind imVergleieh mit denen aus seiner Schule, die ihm beigelegt werden 34). Hinsichtlich seiner Schüler nun ist zu bedenken, was Tajaß) und nach ihm der Vf. der Letlere perugine bemgh ken, dass sie nämlich sehr zäh an ihres Meisters Manier hiu_ gen, und, da sie sehr zahlreich waren, die Welt mit Gemälden erfüllt haben, welche der Maler- und Kennerlingehaufe dem Meister zuschreibt. In Perugia gesehen steigt er gewöhnlich in der Achtung der Reisenden, deren, Viele nur ihm untergm schobene Werke gesehen hatten. So sind in Florenz von ihm einige Bilder bei dem Fürsten, und -in S. Chiara seine schöne Grablegung und einige andere Gemälde; aber in Privathäusei-n i pnrli de! nabile callegia rlrrl cambio di Perugüz, incfse Francesco C8 c_ clzint" Romano 5 Blatt. Q. Vgl. Fr. S. lf, Sala und Cnpelle de] Cambio zu Perugia a fresco gemalt von Pietro Peruginu im Kunstbl. 1821. N. 33. W. 33) Vasari gegen Ende seiner Lebensbeschreibung sagt: "kein" seiner Schüler kam ihm an Fleiss und Anmuth des Colurits gieichf. Della ifalle dagegen meint, ein gut Theil _seines Ruhms verdanke er der Geschicklichkeit seiner Schüler, und sagt, er habe in seinem Bilde der K. G. Raffen-Vs Hand erkannt. Für diese Anerkuk nung indes! hat sich his jetzt noch kein Zeuge gefunden. L, 3,1)Perugi11o"s Werke sind einander sehr ungleich. [mh drucksvoll und schön sind seine frühern Bilder unrl in Rnffneps seines Schülers, Jugendwerken lebte desiMeislers schönste Zeit wie: der auf. Selbst zu dem Hohen schwang sich sein Geist empor und drang in die Tiefen des Gemülhs ein, besonders in einer Gfäiliegung, welche jetzt in der (lallerie der Akademie zu Florenz aufbewahrt wird. Gemeine Gewinnsucht zog den edlen Geist herab und seing letzten Arbeiten sind nur schwarhe Xfiedersrlneine seiner früher-n Leistungen. Q_ 35) Dfscrfzione de] prrl, rntirnno, p. 30. L.