Cigoli und seine Jünger. 221 mit ihm verwechselt wird. Das Fegefeuer, welches er im Suf- fi-agio malte, und die Heiligen in S. Francesco, zwei Bilder in dem Hause Boecella, und viele andere hier und da in der Stadt, verdienten, dass Malvasia ihn in das Verzeichnis der Zög- linge Guidoßs aufgenommen hätte. Darin fehlt aber ausser diesem auch Pietro Ricchi, ebenfalls ein Luccheser, der aus Passignanws Schule nach Bologna ging. Allerdings kann man hinsichtlich dieses Künstlers doch zweifeln, dass Guido sein Lehrer gewesen, wenn gleich Baldinucci und Orlandi es behaupten; demrBoschini, sein Freund, spricht davon kein Wort; er sagt bloss, Ricchi habe bereuet, nicht in Venedig studirt zu haben. Wie dem aber sei, soviel ist ge- wiss, dass er Guid o's Formen oft nachahmte; in Zeichnung aber und Farbengebung hielt er sich meistens an Passignani, ja er eignete sich von ihm die Venezianer Schule an, wie wir erzählen werden. Zu S. Francesco in Lucea sind zwei Bilder von ihm, andere in Privathäusern; geringe Beläge seiner frucht- baren Eriindsamkeit, seiner schnellen und fast unermüdlichen Hand. Er malte in mehreren Städten Frankreichs, im Mai- ländischen, noch mehr im Venezianer Gebiet, und starb zu Udine, in dessen handschriftlichem Wegweiser er zuweilen gc- nannt wird. Lange aber lebte und lehrte in Lucca Pietro Paolini, laut der Geschichte ein Zögling der Römischen Schule, wie- wol, seinen Bildern nach zu urtheilen, man darauf wetten möchte, dass er aus der Venezianer Schule sei. In Rom ar- beitete er häufig bei Angiolo Caroselli, der sich nach Caravaggi gebildet, aber geschickt und jedem Style gerecht war. Bei ihm bildete sich Paolini zu einer guten Zeichnung, breiten kecken Farbengegensätzen und kräftigen Tinten, so dass man ihn bald mit Tizian, bald mit Pordenone vcr- glichen, ja auch unzweideutige Nachahmungen Veroneseßg bemerkt hat. Das Martyrthum des heil. Andreas in S. Miehele, und das grosse Leinwandbild in der Bibliothek S. Frcdiano, fast sechzehn Ellen breit, könnten allein einen Maler unsterb- lieh machen. Er hat darauf den Papst Gregor vorgestellt, wie cr Pilgern ein Gastmal bereitet; ein prächtiges, auf Paßlglg Weise mit Gerüth und schönen Fernen verziertes, iigurenreiches Gemälde, von einer Mannichfaltigkeit, I Harmonie und Schön-