Michelaqgelds Nachahmer. 185 Um diese Zeit lebte Bernardino Barbacelli, Poc- cetti zubenannt, der von Vasari zu Michele's Schule überging und im Verzeichniss der Akademiker steht, weil "er damals als Grottesken- und Giebelmaler, woher er auch seinen Zunamen hat, sich noch nicht zu dem grossen Künstler gebil- det hatte, der er in Rom ward, wo er Raffael und die übri- gen besten Meister studirte. Er kehrte hierauf in seine Va- terstadt zurück, nicht nur als lieblicher und anmuthiger Fi- gllrenmaler, sondern auch als reicher und zierlicher Eriinder; daher er seine Bilder nxannichfaltig mit schönen Landschaften, Küsten, Früchten, Blumen ausschmücken konnte, seiner Trach- ten und Teppiche nicht zu gedenken, die er bewundernswür- dig malte. Fast in jedemWinkel von Florenz sind viele Wand- gemälde von ihm, sehr wenig auf Holz oder Leinwand; und in dieser Kunst steht er vielen Italienern nicht nachgPietro da Corto na pilegte sich zu wundern, dass er zu seiner Zeit we- niger, als er verdiente, geschätzt werden; und Mengs kam nie nach Florenz, ohne ihn wieder zu studiren, und jedes, auch das vergcssenste, Wandgemälde, aufzusuchen. Oft ar- beitete er handwerksmüssig, wie manche Dichter, welche vol- ler Begeisterung und schöner Bilder, ohne lange Anstalten viele feile Verse sprechen; immer ijedoch bewundernswerth, leicht, gewandt entschlossen und sicher, ohne einen Strich zu fehlen; wesshaliper von Manchen der Paulus Seiner Scblllß genannt wurde. Oft überdachte und bereitete er seine Arbeit auch voy, und pünctelte die Umrisse, wie in Miniatur. Wer wiggßn will, was dieser Künstler leistete, sehe das Wunder des wieder auflebenden Ertrunkenen im Kloster der Nunziata, welches einige Kenner unter die besten Bilder der Stadt zählen. Seine Wandbilder iindet man fast allenthalben in Toscana, und in Pistoja besonders werden seine Lünetten im Servitenkloster gelobt. Maso Manzuoli, oder di S. Friano, Schüler des Pierfrancesco di Jacopo und des Portelli, wird von Vasa-ridem Naldini und Allori gleichgestellt. Dies kann keinen befrcmden, der seine Heimsuchung gesehen, welche viele Jahre in S. Pier Maggiore war, dann nach Rom und endlich in die VaticanischeBildersammlung kam. Er malte sie ungefähr im dreissigsten Jahre, und sie ist nach dem Urtheile