82 LBuch. III. Abschnitt. Ursprung Fortgang Er setzt hinzu, dies habe ihm der Florentiner Goldschmied Baldini nachgemacht. Nach diesem nennt cr Botticelli; auch Pollajuolo hätte er nennen können. Endlich bemerkt er, dass. von dort aus die Erfindung nach Rom an den Man- tegua, und nach den Niederlanden an Martin, genannt le Clef, gekommen. Die Abdrücke der ersten Art, welche Fi- niguerra machte, sind grossentheils verloren gegangen. Die in Florenz bei den Camaldolesern aufbewahrten, werden ihm zwar zugeschrieben, aber doch nicht mit Gewissheit"). lhm ge- hört der Schwefelabdruck des für die Kirche S. Giovanni 1452 gearbeiteten Hostientellers , wo er in vielen kleinen Figuren die Himmelfahrt (vielmehr Krönung. Q.) Mariens vorstellte. Er war ehemals im Museo des Propst Gori, welcher ihn in seinen Diptychen (B. III, S. 3l5.) beschrieben hat; jetzt im Cabi- net Durazzo mit Gori's eigenhändiger Bemerkung, dass er ihn mit dem Original verglichen habe. m). Von Abdrücken auf sie allmälig 'von der Schwefeltliiche, welche das Licht geben sollte, weggenommen, wie man auch beim Kupferdruck verfahrt. Zuletzt musste das Ganze mit Oel übergangen werden, damit der Schwefel den Silberglanz bekam. L. 15) Sie sind an einem beweglichen kleinen Altar, und mochten wol Abdrücke eines Niellirers seyn, der diese Arbeit für einen klei- nen ähnlichen Altar, oder Reliquienschrein gemacht hatte, wenn ich recht; vermuthe. Ehe er das Niell darauf brachte , machte er diese Schwefelabdrücke, welche nachher in jenen Altar in schöner Symmg- trie eingelegt wurden. Sie sind in Form und Grösse verschie- den und dem Bau des Altars gemiiss, an dem Giebelfelde, an dein Grunde und an den Pfeilernhen angebracht u. s. w. Viele sind ver- loren gegangen; viele sind noch vorhanden. Die kleinsten stellen meistens biblische Geschichten vor, die grössten evangelische Ge- schichten, an der Zahl 14, beinah ä Elle hoch. L. 16) Hier muss ich noch einen andern Schwefelabdruck desselben Hostientellers erwähnen, welchen der Senator Prior Seratti besitzt. Dieser Abdruck entspricht dem Original Strich für Strich; der so schwere Charakter der Köpfe Masow ist ganz wiedergegeben und, was mehr sagen will, er ist eingeschnitten, oder vertieft, wie du nach dem eben beschriebenen Verfahren seyn musste. Der Abdruck Durazzw s, wie sich aus dem Druck ergiebt, ist nicht so treu; es fehlen einige Blümchen, welche die Gewänder schmücken, es icg nicht die gleiche Vollendung darin, er scheint auf der Oberfläche eben. Dies thut seiner Aechlheit keinen Eintrag. Von einem und demselben Hotienteller machte man mehrere Abdrücke, so wie man ihn nach und nach stach. Wenn in dem Durazzoischen Abdruck die grössere Vollendung fehlt, so heweiset dies nur, dass er früher genommen ist; und ist der Stich nicht, wie auf dem andern, so kann ich darum nicht annehmen, das er gar nicht. vorhanden sei. Die schon erwähnten Camaldoleser Schwefelabdrüclre scheinen geprägt