Ueber LanzPs Kunstansicht. XXVH vielleicht wäre sein Werk nicht einmal so gründlich und so ileissig gearbeitet, hätte Lanzi, wie Vasari, ein lebendigeres Interesse an den Gegenständen der Kunst ge- nommen; denn das Einzelne hätte ihn dann vielleicht mehr an- und von den historischen Forschungen abgezogen. Er aber betrachtet die Kunst vielmehr von dem Stand- punct eines Gelehrten aus; und so muss sein Werk wie- der betrachtet und in dieser Hinsicht gebraucht werden. Auf die Kunstansichten darin eingehen, oder Aufschluss über das Innere, das Geistige in den Malereien erwarten darf der Leser keinesweges. Dieser Standpunct nun selbst, von welchem aus Lan- zi Werke der Kunst beurtheilte, ist der traditionelle sei- nes Zeitalters überhaupt. Um nämlich nicht die Verant- wortlichkeit der in seinem Werke ausgestreuten, sich oft widersprechenden Urtheile zu übernehmen, andererseits aber doch um diesen Ürtheilen ein Gewicht zu geben, verzichtet er ganz auf das eigene Urtheil und sagt un- umwunden, dass er solche von M e ngs und andern grossen Künstlern und Kennern aufgenommen habe; wor- aus denn hervorgeht, dass er der allgemeinen Meinung seiner Zeit folgte, und darum wieder sein Werk hinsicht- lich des Kunsturtheils einen unverdienten Beifall und Glau- ben erhalten hat. Denn wer der öffentlichen Meinung schmei- chelt, ist der Zustimmung des grossen Haufens gewiss. Was war nun aber die Kunstmeinung der damaligen Zeit Augustin Caraccfs Sonett"), in welchem er vor- v Chi farsi 1m (man pütor cerca e riesig, II disegna di Raum abbia allzu mano, La mussa c0ll' ombmr veneziana, E 1'! degno cnlorir dz" Lomlzardia, Di MiclwfÄngial la lerribil m'a, II vero natura! dz" IYzitma, De! Careggio la m! puru e snvraua, D' 1m Raßlwl la giustu sizmnetr-ia, De! Tibaldi il decora e il fandamänta, De! dullu Primaticcfo Pinventare, E 1m 1m, di gruzia dcl Parmigiuniua. Ma selma tanti sludj e tanto slcnla, Si ponga Fopre solu ad imitare, Clw 11m" lascincci i! mrstra Nzfecolina.