Friauler Pellegrino. 587 welche mit den Verhandlungen betraut waren. Aber im Herbst des- selben Jahres finden wir ihn schon wieder in Udine beschäftigt, wo er für San Rocco um ein Honorar von 45 Dukaten ein jetzt arg verwüstetes Altarbild der Madonna mit dem h. Sebastian und Rochus ausführte. Bald darauf kehrte er nach San Daniele zurück, um die Fresken in S. Antonio vollends zum Abschluss zu bringen. Er malte nun an den beiden Bogenfeldern nördlich im Chor die Versuchung des h. An- tonius und seinen Tod, stark ausgeblichene Werke in röthlichgelber Färbung, flüchtig und weich gemalt, die Figuren nicht sehr durch- gebildet, obwohl lebendig in den Bewegungen, namentlich in den phan- tastischen Teufelgestalten auf der Versuchung. Sodann folgt an der nördlichen Wand des Chores das grosse Bild der Fusswaschung. Hier ist ein entschiedener Einfluss Pordenone's zu spüren, der namentlich in dem grösseren Stil, den volleren Gestalten, der Vorliebe für grosse Vordergrundiiguren in Rückansicht mit starker Verkürzung, endlich in den rundlichen Köpfen, denen die schärfere Durchbildung fehlt, sich deutlich verräth. Besonders edel und mild ist Christus, dessen Geberden mit denen des sichtlich betroffenen Petrus lebendige Zwiesprache halten. Auch das Nackte ist recht gut behandelt, wenngleich mehr in allge- meiner Weise ohne tieferes anatomisches Verständniss. Dasselbe gilt von der Darstellung Christi in der Vorhölle an der gegenüberliegenden südlichen Chorwand, wo ähnliche Breite der Behandlung und Weichheit der Formen bei entsprechender Lebendigkeit der Schilderung wieder an Pordenone erinnert. Christus ist unbedeutend, ja sogar wenig an- sprechend, Eva dagegen ein recht guter Akt, Adam ebenso und dabei lebendig bewegt, die Carnation erscheint goldig warm, etwas rosig angehaucht. Darüber sieht man in der Lünette die Darstellung eines Wunders des h. Antonius, ohne Frage eins der besten Bilder des Cyklus. Es wird die Wiedererweckilng eines todten Knaben in trefflich belebter Scene vorgeführt, wobei die ausdrucksvolle Creberde der angstvoll liebenden Mutter und die mannichfach bewegten Frauengruppen überaus anziehend wirken und die warme Harmonie des Kolorits bei allerdings etwas dekorativer Behandlung einen angenehmen Eindruck macht. Pelle- grino erinnert hier einigermassen an die flüchtigeren Fresken Luini's. Es folgt sodann der Triumphbogen, welcher den Chor vom Schiff trennt, reich mit schön gezeichneten grau in grau gemalten Flach- ornamenten an den Pilastern dekorirt, am Bogen hübsch mit Schildern unterbrochen. Darüber stehen in den Zwickeln, gleichsam als Grenz-