Bernardino Luini. Fresken Lugano. 459 und Grablegung Christi aus. So entstand eine ganze Anzahl von Einzel- bildern, jedes für sich reich an köstlichen Zügen an edlen Gestalten, voll Würde und Schönheit, an seelenvoller Empfindung und ergreifender Innigkeit des Ausdrucks. Im Hintergründe sieht man auf einem Hügel den Tempel von Jerusalem ganz im Charakter eines bramantischen Centralbaues. Die dramatischen Accente fehlen in dem grossen Werke fast gänzlich, die Charakteristik g des Gemeinen, der Ausdruck der , i; Leidenschaft sind die schwachen Seiten des Künstlers, dagegen 5 ist eine weiche milde Stimmung selbst über die Hauptleute und 4 Krieger ausgegossen, und die Fülle edler Schönheit, reiner, em findun svoller Anmuth ist i k. J'a- i. ' wahrhaft gunerschöpflich. Das ganze Bild stellt sich wie ein .3 ß riesiger Teppich dar und erin- ff nert zugleich an die 1m Norden Ml X beliebten scenischen Darstellun- "K gen der Passionsspiele. "F; _Unter dem Bilde öffnet j xi ß sich die Querwand mit drei gros- 1x1 {(1 h sen Bögen gegen den Chor. i: Hier hat der Künstler an den H VW! F beiden Mittelpfeilern die h. Ro- - chus und Sebastian dargestellt, E; letzterer namentlich von hinreis- (fälle-irrer? SBIIdGP Schönheit. Die ZWKSKGI" Fig. 108. Johannes, aus Luinfs Passion. Lugano. flächen füllte er mit sechs grau in giätu gemalten Prophetengestalten, edle Gewandtiguren, trefflich in den aum componirt. In derselben Kirche sieht man ein grosses Fresko des Abend- mahls, welches wohl einige Anklänge an Lionardo zeigt, namentlich den mit beiden Händen sich aufstützenden Jünger, den er indess an das entgegengesetzte Ende des Tisches gestellt hat; auch sonst noch in den Köpfen" einige Reminiscenzen an seinen Meister, im Uebrigen aber selbständig in Form und Empfindung, auch in der Anordnung dadurch eigenthümlich, dass gemalte Säulen das Bild in drei Abthei-