366 Buch. VIII. Kapitel. Nachfolger RafaePs. Schüler und Ebenso hatte er 1540 Entwürfe für die Fresken der Steccata zu Parma zu liefern. Im Uebrigen aber verlief sein Leben im angespannten Dienste des Herzogs von Mantua. Es war ein glänzendes Dasein, durch freies und grosses künstlerisches Schaffen und durch die Gunst des Fürsten verschont. Dieser setzte ihm sogleich einen Jahrgehalt von fünfhundert Dukaten in Gold aus, ertheilte ihm sammt seinem Bruder das Bürgerrecht und erhob Giulio ausserdem in den Adelstand, indem er ihn zum Vicario di Corte ernannte und zum Oberaufseher aller seiner Bauten machte. Sogar die Strassen- und Wasserbauten wurden ihm übergeben, und er sorgte durch Kanalanlagen und Damm- bauten für die Sicherung und Entsumpfung der Stadt. Weiterhin machte der Herzog ihm bedeutende Schenkungen an Grundbesitz und erhöhte sein Einkommen auf 70 Dukaten monatlich. Im Jahre 1529 führte Giulio als Gattin eine Dame aus vornehmem Geschlecht, Helena di Guazzo-Landi heim, die ihm die ansehnliche Mitgift von siebenhundert Golddukaten zubrachte. Vasari erzählt, der Herzog habe dem Künstler bei seiner Ankunft ein stattlich eingerichtetes Wohnhaus und freien Tisch für sich und seine beiden Gehülfen gegeben, ihm Sammt und Atlas sowie anderes Zeug zu Kleidungsstücken geschickt und ihm eins seiner Lieblings- pferde geschenkt. Einst ritten sie zusammen vor die Porta S. Sebastiano, wo der Herzog ein Gestüt mit Stallungen und einem Hause besass. Dieses beschloss er zu einem Absteigquartier erweitern zu lassen und ertheilte dem Künstler sofort den Auftrag, an's Werk zu gehen. Die Pläne gestalteten sich bald zu einer fürstlichen Villa von ansehnlichem Umfang. Schon 1528 sprechen die Briefe des Herzogs mit Ungeduld von der zugesagten und noch nicht erfolgten Vollendung der Arbeiten. So entstand der Palazzo del Te, der mit seinen grossartigen Fresken ein noch Wohlerhaltenes Beispiel eines fürstlichen Lustgchlggses der Renaissance gewährt. Es ist eine ausgedehnte einstöckige Anlage, deren Säle und Zimmer in stattlicher Grossräumigkeit sich um einen weiten inneren Hof gruppiren. Das Aeussere ist in schweren dorischen Formen alla rustica reizlos und fast düster behandelt; um so überraschender wirkt die festlich heitere Pracht des Innern. Hier hat Giulio den ganzen Reichthum seiner Erfindungsgabe verschwenderisch ausgeschüttet und grossentheils Werke von lebensvoller Anmuth geschaffen, obwohl es auch nicht an Ausschreitungen in's Derbe und Ünschöne fehlt. Unter- stützt wurde er bei der Ausführung durch seine Schüler Rinaldo