Disputä. 261 von dem Ausdruck gespannten Studiums. Zu seinen Füssen neben dem Löwen liegen zwei Bücher, in denen man die Üebersetzung der Bibel und seine Briefe zu erkennen hat. Eine ehrwürdige Priester- gestalt, vielleicht der h. Bernhard, weist mit beiden ausgestreckten Händen auf die Monstranz hin und wendet sich zu dem Brütenden, als wolle er sagen: Lass das Grübeln und Forschen, hier ist das wahre Heil. Auf der andern Seite des Altars sieht man den h. Ambrosius im bischöflichen Gewande, der mit dem Ausdruck entzückten Staunens gen Himmel blickt, als 0b er, von den Chören der Seeligen ergriffen, eben die Inspiration zu seinem berühmten Lobgesang empfinge. Neben ihm sitzt die grossartige Gestalt des von ihm bekehrten h. Augustinus, der sich mit lebhafter Geberde gegen einen zu seinen Füssen knieenden Jüngling wendet, welcher eifrig die von dem Heiligen diktirten Worte niederschreibt. Gegen den Altar hin wird diese Gruppe ebenfalls durch eine imposante Priestergestalt abgeschlossen, die mit erhobener Rechten nach oben deutet und einen prächtigen Gegensatz zu der gegenüber befindlichen Figur bildet. Man glaubt in ihm Petrus Lom- bardus, den Begründer der scholastischen Theologie, zu erkennen. Schon in diesen Gruppen ist der Reichthum der Charakteristik und die Fülle des Lebens, welche die Strenge des symmetrischen Aufbaues in freie Schönheit auflöst, bewundernswerth. Hinter dem sitzenden Schreiber sieht man den in einem Buche lesenden h. Bonaventura im Kardinalkostüm und neben diesem den Papst Anaklet mit der Palme des Martyrers, sodann neben diesem einen Möneh, der diese mittlere Gruppe abschliesst. Alle diese Figuren sitzen und stehen auf der obersten und mitt- leren Altarstufe. Nun folgt eine weiter unten im Vordergrund ange- brachte Gruppe, als deren Führer gleichsam die mächtige Gestalt Innocenz des Dritten mit der päpstlichen Tiara und der prachtvollen Dalmatica hervorragt. Im Profil dargestellt mit vortretendem linken Fusse bildet er einen Hauptpfeiler der Composition und gliedert die- selbe in nachdrücklicher Weise. Der energische Profilkopf blickt auf- wärts nach der Monstranz, und die rechte Hand begleitet ausdrucks- voll die Bewegung, während er mit der Linken ein Buch, in welchem wir seine Schrift über die h. Messe erkennen, gegen den Schenkel stemmt. Den Hintergrund füllt, eine Anzahl andächtiger Laien, unter welchen man das lorbeergekrönte Haupt Dante's und weiter zurück den energischen Kopf Savonarola's erkennt. Ganz im Vordergrunde