Rückkehr nach Florenz. 63 und Verrath eroberten Städte der Romagna zu befestigen. Lionardo musste in seinem Auftrage die unterworfenen Gebiete bereisen, wobei ein Geleitsbrief des Herzogs ihm mitgegeben wurde, in Welchem dieser ihn seinen ausgezeichneten und sehr geliebten Hausfreund nennt und seinen Beamten befiehlt, ihn in allen Dingen zu fördern, besonders seinen Ingenieuren aufträgt, sich mit ihm zu berathen und sich nach seinem Gutachten zu richten. Die politische Ruchlosigkeit des Borgia hinderte Lionardo eben so wenig wie die des Moro solchen Herrschern seine Dienste zu weihen. Als er nach Vollendung dieser Mission 1503 nach Florenz zurück- kehrte, wurde er zunächst im Juli desselben Jahres beauftragt, Nivel- lirungsarbeiten vorzunehmen, welche sich auf das Projekt der Kanali- sirung des Arno bezogen. Er war dabei von Giovanni Cellini, dem Vater Benvenutds, begleitet. Indessen fühlten die Behörden der Stadt, dass es sich zieme, ihrem berühmten Mitbürger einen ansehnlichen künstlerischen Auftrag zu ertheilen, und so ersuchte Pietro Soderini ihn, in dem Rathssaale des Palazzo Vecchio eine Wand mit einem grossen historischen Bilde aus der Geschichte von Florenz zu schmücken. Hatte man im Mittelalter in solchen Fallen gewöhnlich religiöse oder allegorische Darstellungen gewählt, so ist es bezeichnend für den Geist der neuen Zeit, dass man hier zu einem Stoff aus der profanen Ge- schichte griif. Gewählt wurde die Schlacht bei Anghiari, wo die Florentiner im Jahre 144O über Niccolo Piccinino, den Feldherrn des Herzogs Filippo Maria Visconti, gesiegt hatten. Lionardo War bis 1505 mit diesem Werke beschäftigt. Er führte den Karton in einem ihm dafür angewiesenen Raum des Klosters Sta. Maria Novella aus und erhielt während der Arbeit die ansehnliche Summe von fünfzehn Gold- dukaten monatlich. Auch hier hatte er wieder die Absicht, das Werk in Oelfarben auf die Wand zu malen: aber da die von ihm bereitete Grundirung sich schon während der Arbeit von der Mauer ablöste, S0 musste er von der weiteren Ausführung abstehen. Sein Anerbieten, das dafür erhaltene Geld zurückzuzahlen, wurde nicht angenommen. Da nun auch der Karton spurlos verschollen ist, so zeigt sich keine Möglichkeit, eine Vorstellung von dem Werke zu gewinnen. Nur von einem Theil der Composition hat Rubens später eine jetzt im Louvre befindliche Zeichnung gemacht, die durch Edelinck's Stich allgemein bekannt geworden ist. (Fig. 9.) Offenbar eine Episode aus dem grös- seren Schlachtbilde, behandelt sie den Kampf von vier Reitern um eine Standarte. Der mailandische Fahnenträger wirft sich auf seinem