und Alterthumsforschung Geschichtschreibung. wie Albertini, Pomponio Leto, Manetti, Andrea Fulvio, sammelten nicht bloss die antiken Denkmäler, sondern liessen ihnen auch eine wissen- schaftliche Behandlung angedeihen, die nicht geringen Einfluss auf die Entwicklung der Kunst gewinnen sollte. Nicht minder entscheidend war, dass der Geist des klassischen Alterthums auf die Geschicht- schreibung einwirkte und eine Reihe von grossen Historikern erzeugte, die nun nicht mehr in der wunderlich gemischten Vorstellungsweise des 15. Jahrhunderts Modernes und Antikes mit einander verquicken, Sondern zu klarer Objectivität in unbefangener Beobachtung und Dar- stellung der Weltbegebenheiten ihrer Zeit sich erheben. An der Spitze steht hier Niccolb Macchiavelli, der in seinen meisterhaften Betrach- tungen über die erste Dekade des Livius, in dem bedeutenden Werk über die Kriegskunst, in dem berühmten Buche über den Fürsten, sowie in seinen Gesandtschaftsberichten jenen grossen staatsmännischen Blick und den objektiven historischen Standpunkt offenbart, den er dann in seiner Horentinischen Geschichte späterhin so glänzend doku- mentiren sollte. Neben ihm ist Guicciardini zu nennen, ebenfalls ein Florentiner von angesehener Herkunft, ebenfalls Staatsmann, der in seiner Horentinischen Geschichte das Meisterwerk damaliger Historie- graphie geschaffen hat, durch Klarheit destÜrtheils, tiefes Verständniss der Menschen und der Dinge und durch klassische Objektivität der Darstellung hervorragend. Wenn er, gleich andern Historikern der Zeit, es für nöthig hielt, seine Darstellung nach dem Muster des Livius durch flngirte Reden aufzuputzen, so zahlt er damit den unvermeid- lichen Zoll an die vergötterten antiken Vorbilder. Auch Paolo Giovio gehört hieher, der freilich an Grösse des Sinnes jenen Beiden betracht- lich nachsteht, auch von der Anwendung der lateinischen Sprache sich nicht frei machen kann, immerhin aber durch die Genauigkeit seiner auf eignen Erlebnissen fussendcn Darstellung seinen eigenthümlichen Werth behauptet. Das Höchste aber unter den Schöpfungen dieser grossen Zeit sind die Werke der bildenden Künste. In dem Vielfaell Verwer- renen, widerspruchsvollen Wesen der Zeit gewähren sie den Eindruck einer gesammelten Kraft, Grösse und Schönheit, in der alle Elemente zu vollkommener Harmonie verschmelzen. Jetzt erst erreichen sie den Abschluss dessen, was seit drei Jahrhunderten sich in steter Bewegung vorbereitet hatte, jetzt erst streifen sie alles Kleine, Enge, Zufällige ab und schwingen sich zur Höhe klassischer Vollendung empor. Wenn in allen andern Geistesprodukten der Zeit eine einseitige Richtung zum