468 Buch. Die Frührenaissance. hereinzublicken. Es ist eins der frühesten und kühnsten Beispiele solcher perspektivischen Darstellungen, welche die Decke eines Raumes nicht mehr als eine Fläche, sondern als einen in's Unendliche vertieften Raum auffassen. Melozzo da Forli hatte ungefähr um dieselbe Zeit Aehnliches in S. Apostoli zu Rom versucht, und Correggio sollte später diese Darstellung der "Froschperspektive" (des nsotto in su") zur Vollendung bringen und den Malern der Zopfzeit ein verhängnissvolles Beispiel geben. Neben diesen und andern umfangreichen Monumentalwerken, die er für den Markgrafen ausführte, entstand eine Reihe kirchlicher Ar- Fig. 139. Von hlantegnais Fresken im Palazzo di Gorte zu Mantua. beiten, die nicht minder den stetigen Fortschritt in der Entwicklung Mantegnafs verrathen. Er bleibt dabei gewissen alterthümlichen strengen Zügen treu, hält auch an der scharfen, plastischen Bestimmtheit des Stils fest, weiss aber damit zuweilen eine vornehme Hoheit und An- muth zu verbinden und strebt mit Erfolg nach grösserer malerischer Wirkung, ohne darum die Gewissenhaftigkeit der Ausführung aufzu- geben, die in diesem Grade nur noch bei Lionardo und Dürer ange- troffen wird. Eins der köstlichsten Werke dieser Art ist die Madonna bei Lady Eastlake in London. Nicht minder trefflich eine kleine Tafel mit der h. Jungfrau, die sich an dem auf ihrem Schoosse schlummernden Kinde erfreut, in den Uffizien Nr. 1025, bei aller Strenge doch lieb-