380 Buch. Die Frührenaissance. Sassetta seit 1447 ein Freskobild der Krönung Maria, das bei einer feierlichen Anordnung in herkömmlicher Weise sehr mangelhaft in der Durchbildung der Formen erscheint. Sassetta starb 1450. Den eigentlichen Beginn der neuen Zeit vertritt dann Domenico di Bartolo, zu Anfang des 15. Jahrhunderts zu Asciano geboren, zwar nicht ein N effe des Taddeo Bartclo, wohl aber aller Wahrscheinlichkeit nach sein Schüler. In die Malerzunft von Siena trat er 1428, und bis 1444 lässt er sich daselbst nachweisen. Oeifentlich bekannt wurde er zuerst 1434, als es sich darum handelte, den musivischen Schmuck des Marmorfussbodens im Dom mit einer Darstellung Kaiser Sigis- munds auszustatten, welcher kurz vorher Siena besucht hatte. Da indess kein Bildniss des Kaisers vorlag, so war die Nachricht sehr willkommen, dass nein gewisser" Domenico ein Porträt des Kaisers besitze (nhabbi certa statua ossivvero disegnio, il quale c simile alla faccia de la Cesarea Maestä"), welches man ihm nun abkaufte und ihn zugleich mit dem Entwurf für das Bild betraute. Die Bodenmosaiken des Doms zu Siena sind so einzig in ihrer Art, dass sie eine eingehendere Betrachtung verdienen. Eins der grossartigsten dekorativen Werke, an denen seit dem Ausgang des 14. Jahrhunderts bis in die Zeit der Hochrenaissance zahlreiche künst- lerische Kräfte betheiligt waren, enthalten sie einen ganzen Bilder- cyclus, der mit einzelnen Gestalten beginnt und zu grossartigen histo- rischen Compositionen fortschreitet. Den Anfang machte man 1372 mit dem Glücksrade, das sammt seinen Figuren ein Lieblingsgedanke der mittelalterlichen Kunst war. Ueberwiegend bleibt indess bei den früheren Arbeiten der bloss ornamentale Charakter, Wobei der Wechsel von weissem, rothem und schwarzem Marmor in gefälligen Formver- bindungen die Hauptsache war. Die frühesten der figürlichen Arbeiten sind mit eingegrabenen Umrissen in'der weissen Marmorplatte ausge- führt, die dann mit einer schwarzen Masse ausgefüllt wurden, so dass eine dunkle Zeichnung auf hellem Grunde entstand. Sodann änderte man, der besseren Wirkung wegen, die Technik und liess die hellen Figuren sich von einem schwarzen Grunde absetzen. Die einzelnen Compositionen umfasste man dann mit zierlichen Spitzbogenfriesen. Solcher Art sind die Gestalten der Klugheit, Mässigkeit, Gerechtigkeit und Stärke, diese grossartig schön und voll Anmuth; sie wurde 1406 ausgeführt. An diese schliessen sich vor dem Chor die Scenen aus der Geschichte Josua's, 1423 nach Entwürfen eines Domenico di Niccolö ausgeführt: seine Schlacht gegen die Amalekiter; sein GGbOt