134 Buch. Das Mittelalter. der Lebendigkeit der Auffassung, der Frische der Charakteristik, -der gesammten stilistischen,Entwicklung, namentlich auch den reicheren architektonischen Gründen bilden sie einen Uebergang von den padua- nischen Werken zu den späteren, so dass' man zu der Annahme ge- drängt wird, Giotto habe sie am Anfang seines zweiten Aufenthalts in Assisi ausgeführt. Interessant ist namentlich bei der Heimsuchung (Fig. 48) die feine Variante im Vergleich zu dem Bilde in der Arena. Ueberaus lebendig ist die Geburt Christi geschildert, aber hier wie in der Anbetung der Könige fehlt es nicht an gewissen traditionellen Zügen, z. B. das Christuskind, das dem vor ihm knieenden Grese mit giwuhwög dem Händchen in's Haar fährt. i". Frappant sind namentlich die Ne- lxxx benfiguren dei Ißegleiter, welche {Q 1I1 der Arena keine so grosse Rolle g, K spielen. Sehr verwandt ist wei- "f . ter die fein gefühlte Darbringung M, {lt nx im Tempel,- und auch die Flucht l i, , " nach Aegypten wiederholt sich {iltpxgg . Ä mit den Hauptzügen in der Arena. xgigiyßl p Ueberaus dramatisch ist wieder Q g Mi ex wlp. i der bethlehemitische Kindermord, pi! ll 1 weniger ansprechend der zwölf- , yrf im 3;, i; jährige Christus im Tempel, von . I? idyllischer Anmuth dagegen die _ e: M W Heimkehr der h. Familie nach Wß?" Bethlehem. Ün emein ener isch Fig.48. Heimsuchung. Giotto. Assisi. und leidensehaftlfch 13.1; die Kiuzi- gung dargestellt (Fig. 49); das Motiv der verzweiflungsvoll zurückgeworfenen Arme, welches bei dem Johannes der Arena so erschütternd wirkt, ist hier, kaum minder ergreifend, einer der klagenden Frauen zugetheilt. Minder ansprechend sind die vier Bilder aus dem Leben des h. Franziskus. Den Abschluss seiner dortigen Arbeiten bilden nun die vier grossen Compositionen, welche die Kappen des mittleren Kreuzgewölbes füllen. Sie schildern in allegorischer Weise die drei Tugenden, Armuth, Keuschheit und Gehorsam, welche das Ordensgelübde ausmachen, und schliessen mit einer Apotheose des Heiligen. Aus dem symbolischen Wust dogmatischer Mönchsphantasie hat der Künstler hier in der